Jahrhunderte galten sie als bis in den Tod treue Garanten für Militärdiktaturen und Feudalherrschaft, ehe Kaiser Meiji sich Mitte des 19. Jahrhunderts entschied, seine Armee an westlichen Standards zu orientieren, ihnen ihre Privilegien entzog und sie zu herrenlosen Ronin gemacht. Die Gedanken des Bushido, des Ehrenkodex, dem sich die Samurais verpflichtet fühlten, sollen freilich noch im Zweiten Weltkrieg das Handeln der japanischen Soldaten beeinflusst haben. Und auch heute gilt vieles von dem, was als Lebens- und Handlungsanweisung niedergeschrieben wurde, als bedenkenswerte Lektüre. Jene im 17. Jahrhundert verfasste Kampfanleitung „Buch der fünf Ringe“ etwa, die japanischen Managern als lesenswert empfohlen wird. Auch anderwärts lebt der Mythos von Japans Rittern weiter: in Werbung, Mode, Comics, Filmen. Einige von ihnen, ganz wunderbare aus verschiedenen Jahrzehnten, hat ARTE für seinen März-Schwerpunkt „Japan – im Reich der Samurai“ ausgewählt: „Die sieben Samurai“ (Montag, 20.15 Uhr) zum Beispiel, den großen faszinierenden Klassiker des Samurai-Genres, mit dem Akira Kurosawa, der selbst aus einer Samurai-Familie stammt, Mythen und falsche Darstellungen der Samuraikaste entlarven wollte. Mitsuo Kurotsuchis „Der Samurai, den ich liebe“ (Mittwoch, 21.50 Uhr) führt ins 19. Jahrhundert und erzählt, fernab von Samurai-Klischees, in atemberaubend schönen Bildern die universelle und menschlich berührende Geschichte einer ebenso zarten wie letztlich tragischen Liebe. Ein durch seine Gewaltausbrüche verstörender Film auf allerdings hohem ästhetischem Niveau ist „Lone Wolf & Cub: Das Schwert der Rache“ (Freitag, 0.20 Uhr). Sehenswert dann auch noch der liebevolle Abgesang auf einen Mythos „Samurai in der Dämmerung“ (17. März, 21.45 Uhr) und „Ichi – die blinde Schwertkämpferin“ (24. März, 21.45 Uhr), ein durch seine lyrisch-melancholischen und bildgewaltigen Momente bestechender Film mit einer Frau als Protagonistin in einer Männerdomäne.
Christiane Luftensteiner-Höllriegl Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz