Bei der Priester-Wallfahrt mit Bischof Ludwig Schwarz nach Rom standen auch Treffen mit vatikanischen Kongregationen auf dem Programm. Der Sprecher des Priesterrats, Pfarrer Johann Padinger, berichtet von den interessanten Begegnungen.
Da die Wallfahrt vom 8. bis 11. März 2010 zum Jahr des Priesters veranstaltet wurde, kam die oberösterreichische Gruppe mit 45 Priestern und fünf Diakonen selbstverständlich auch mit dem Präfekten der Kleruskongregation, Kardinal Claudio Hummes, zusammen. Padinger war nicht nur in der Kleruskongregation, sondern ebenso in den anderen „Ministerien“ des Vatikan von der offenen Gesprächatmosphäre beeindruckt. Da wurde von beiden Seiten klar angesprochen, was Thema war, erzählt er. Kardinal Hummes betonte, dass er und die Kongregation um die Sorgen der Priester heute wissen und sie ernst nehmen. Die Probleme werden im Rahmen des geltenden Kirchenrechts und der vorgegebenen Richtlinien gelöst, es werde weder in Gegenwart noch in Zukunft an diesen Bestimmungen gerüttelt, stellte er klar. Bei der Glaubenkongregation läuft die Behandlung der Fälle schweren sexuellen Missbrauchs durch Priester in aller Welt zusammen. Erzbischof Luis F. Ladaria SJ legte großen Wert darauf, dass für Priesteramtskandidaten strenge Auswahlkriterien gelten. Das sei die beste Prävention gegen Missbrauch. Die Glaubenskongregation verstehe ihren Dienst als Sorge um den Glauben. Das Volk Gottes habe ein Recht auf die katholische Lehre. Im Fall von Abweichungen von der katholischen Lehre werde die Kongregation nicht von sich aus aufgrund von Zeitungsartikeln oder Einträgen in Internet-Foren tätig. Maßgeblich sind die Eingaben von Bischöfen und der Nuntiaturen, so der Erzbischof.
Geduld bei Seligsprechungen. Geduld ist die wichtigste Tugend im Zusammenhang mit Selig- und Heiligsprechungsverfahren, meinte Erzbischof Monsignore Angelo Amato SDB von der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen. Es werde zum Beispiel niemals eine Ärztekommission gedrängt, bei der Prüfung eines Wunders Entscheidungen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu treffen. Aktuell wird gerade in Zusammenhang mit einer möglichen Seligsprechung des Linzer Bischofs Franz Joseph Rudigier die Anerkennung eines Wunders geprüft.