Spielfilme, Dokumentationen, Magazine, Diskussionen, Reportagen … Das Angebot, das die Fernsehsender ihren Sehern in der Karwoche machen, unterscheidet sich nicht unbedingt von jenem während des Jahres. Und doch: Kaum jemals sind so viele religiöse Sendungen – vornehmlich bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten – zu finden wie rund um Ostern. Eingeläutet wird diese Woche von zwei ab 9.30 Uhr übertragenen Gottesdiensten: einem aus Sillian in Tirol (ORF) und jenem aus Rom (BR), den Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz feiert. Wie „Ostern in der Taiga“ gefeiert wird, das hat sich Autor Juri Rescheto angesehen und für den WDR aufgezeichnet. Die fast privaten Einblicke in das Innenleben eines Gotteshauses und in die Wohnstuben der einfachen Russen sind am Sonntag um 16.25 Uhr zu sehen. Was treibt besonders jüngere Künstler dazu, Raketen in Kirchen aufzustellen oder eiserne Dornenkronen zu schmieden? „Amen! Die Kunst und ihr Heimweh nach Gott“ (Montag, 23.00 Uhr, arte) spürt den Ursachen für diese aktuelle Hinwendung zur Religion nach. Am Dienstag (20.15 Uhr) führt arte in den „Elfenbeinturm Vatikan“ – unter diesem Titel beleuchtet der Themenabend in zwei Dokumentationen die Positionen des Vatikan zu den brennenden Fragen der Gegenwart. Dem „Geheimnis der Liturgie“ ist der Bayerische Rundfunk am Donnerstag (22.50 Uhr) auf der Spur. „Gott hab ihn selig: Der Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter“. ORF 2 erinnert sich am Karfreitag (9.05 Uhr) an ihn. Einer der letzten vollständig erhaltenen Bilderprozessionen in Deutschland, der „Lohrer Karfreitagsprozession“, folgt um 15.15 Uhr der Bayerische Rundfunk, der dann um 21.10 Uhr Papst Benedikt XVI. auch zum Karfreitagsgebet ins Kolosseum begleitet. Vorher, um 18.15 Uhr, unternimmt 3sat eine Reise zu den Orten der Passion („Wo Ostern begann“). Am Samstag beleuchtet der Dokumentarfilm „Das Jesus-Antlitz“ (20.15 Uhr, arte) mit Archivmaterial und neuen, erstaunlichen Forschungsergebnissen die alte Streitfrage um eine der wichtigsten Reliquien der katholischen Kirche und um 21.45 Uhr rekonstruiert „Das Geheimnis der ersten Christen“ (Phoenix) die Geschichte vom Überleben der Urchristen.