Ausgabe: 2010/14, Ke Nako, Afrika, Blickpunkt, ORF, Film
07.04.2010
Bürgerkrieg, Hunger, Aids, Korruption – Denkt man an Afrika, erinnert man sich spontan an durchwegs negative Schlagzeilen. „Wenn wir uns am Bild der Massenmedien orientieren, lernen wir heute alles darüber, wie Afrikaner sterben, aber nichts darüber, wie sie leben“, hat Henning Mankell angesichts der gepflogenen Berichterstattung vor Jahren kritisiert. Dabei hat der Kontinent durchaus mehr zu bieten als Elend oder – andererseits – wildbunte Bilder namibischer Nationalparks, ägyptischer Pyramiden oder marokkanischer Souks.Dieses Mehr holt Ö1 mit den unterschiedlichsten Beiträgen auf Sendung: Bis Ende Mai gibt es Afrika in mehr als 150 Sendungen zu entdecken, seine Kulturen, Völker, seine gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Brennpunkte. In „Afrika in 53 Tagen“ (Montag bis Samstag, jeweils 12.55 Uhr) etwa, einem Länder-Abc, in dem Afrikaner/innen, die in Europa leben, und Europäer/innen, die nach Afrika reisen, ihre Geschichten erzählen.
Die Erkundungsreise dieser Woche – jener vom 11. bis 17. April – eröffnet Kardinal John Njue, der Vorsitzende der kenianischen Bischofskonferenz. Ihm gilt ein Beitrag in der „Erfüllten Zeit“ am Sonntag (7.05 Uhr). Die „Tonspuren“ (Montag, 21 Uhr) beschreiben „Eine weißeJugend in Südafrika“, das „Journal Panorama“ am Dienstag (18.25 Uhr) fragt, ob Simbabwes Jugend eine Zukunft hat, und am Mittwoch machen sich die „Dimensionen“ (19.06 Uhr) unter dem Titel „Deutsche Hühner in Afrika“ daran, die Entwicklungshilfe auf Effizienz abzuklopfen. Eine Stimme, die immer wieder eine differenzierte Sicht auf Afrika und seine Realität eröffnet, gehört Henning Mankell, dem schwedischen Schriftsteller, der seit vielen Jahren in Maputo lebt und arbeitet. Er ist in der Reihe „Im Gespräch“ (Donnerstag, 21 Uhr) zu Gast. Musikalisches aus Afrika ist dann am Freitag in „Spielräume – Nachtausgabe“ (22.30 Uhr) zu hören, unter anderem von afrikanischen Musiker/innen in Österreich.
Christiane Luftensteiner-Höllrigl, Medienreferat der Bischofskonferenz