Kirchliche Bildungshäuser sollten ein Ort unvoreingenommenen politischen Gesprächs werden, meint Weihbischof em. Dr. Helmut Krätzl bei der Jahrestagung des katholischen Bildungswerkes OÖ.
Mehr Mensch zu werden – mehr Christ zu werden. Das ist das Ziel kirchlicher Erwachsenenbildung. So drückte es Weihbischof em. Helmut Krätzl bei der Jahrestagung des Katholischen Bildungswerkes am Freitag und Samstag der Vorwoche aus. Menschen zur Mündigkeit zu erziehen hält Krätzl dabei für ein „Herzstück“. Vor über 300 Bildungswerk-Mitarbeiter/innen verwies Krätzl auch auf den Auftrag der Ökumene. Es sei zwar sehr vieles schon geschehen, doch es sei „ärgerlich, dass wir den eucharistischen Leib nicht miteinander teilen können“. Der frühere Wiener Weihbischof ermunterte auch zu einem politischen Selbstverständnis der Christen. Kirchliche Bildungshäuser könnten Orte sein, an denen Politiker vorbehaltlos miteinander reden sollten.
Dr. Severin Renoldner, Bereichsleiter für Bildung in der Diözese Linz, ging auf die gegenwärtige Krise durch die Missbrauchsfälle ein. „Wer sich entschieden hat, den Weg der Bildung und des Geistes zu gehen, braucht keine Angst vor Skandalen zu haben“, meinte er. Dr. Günther Leitner, Leiter des Katholischen Bildungswerkes Oberösterreich, verwies auf eindrucksvolle Zahlen. Zu 5160 Veranstaltungen sind im Jahr 2009 über 172.000 Menschen gekommen. 800 aktive Bildungswerk-Gruppen gibt es in Oberösterreich.