Steht wo Düringer drauf, ist auch Düringer drin, oder das, worauf er als Fernsehfilm-Charakter abonniert ist: Strizzi, ungebildeter Prolo, halbseidener Hawara …
Auf diese reiche Palette (die dem mehrfach preisgekrönten Kabarettisten und Schauspieler – genial als Ing. Breitfuß in MA 2412 oder als verzweifelter Häuslbauer – nicht ganz gerecht wird) darf er auch als „Gipfelzipfler“(jeweils Donnerstag, 21.55 Uhr, ORF 1) zurückgreifen. Dort, in der vom ORF als „Echtzeit-Sitcom“ angepriesenen Eigenkreation, in der „liebevoll und ironisch mehrere Welten aufeinandertreffen“, so ORF-Fernsehfilmchef Heinrich Mis, gibt er einen Brachialrocker mit „Durchbruchsfantasien“, der gemeinsam mit einem schuldengedrückten Schlagerheini die volksmusikalische Szene aufmischen soll. Womit, ist freilich rätselhaft, denn der hitverdächtige Song, für den man die beiden zusammengepuzzelt hat, wird vom Komponisten in letzter Minute zurückgezogen. Was also tun? Das fragt sich nicht nur das Zufallsgespann 250 Minuten lang, sondern auch Freunde, Konkurrenz und Zuschauer. Bis zum angeblich großen überraschenden Showdown funktioniert nichts wie geplant, gibt es Probleme über Probleme, Stress pur, wird jedes Klischees bedient, das sich offenbar in der Szene ausmachen lässt. Und so schüttet Düringer als langhaariger Rocker reichlich Alkohol in sein Bildungsloch, markiert Christian Tramitz den überlegen(d)en Bayern, stakst Matthias Franz Stein als eitler Moderator-Abklatsch Goldhammer – Ähnlichkeiten mit dem aktuellen „Feste der Volksmusik“-Ansager sind durchaus gewollt – durchs fade Geschehen, protzt Tim Seyfi als windiger Manager Damir mit unvermeidlicher dicker Goldarmbanduhr. „Seicht“ ist noch die harmloseste (Presse-)Kritik für diesen fad-dumpfen Donnerstag-Nacht-„Wir sind Kaiser“-Ersatz. Und: Man kann auch im Seichten ertrinken.
Christiane Luftensteiner-Höllrigl, Medienreferat der Bischofskonferenz