Streitforum "Welche Priester braucht das Land? Hierarchen, Manager, Seelsorger ...", eine Veranstaltung von Forum St. Severin, O? Journalistenforum, Katholische Hochschuljugend, O?. Presseclub. Diskussion in den Redoutens?len zwischen Pfarrer Dr. Ger
Zur Diskussion begrüßte Prof. Peter Paul Kaspar vom Forum St. Severin (rechts, stehend) Pfarrer Gerhard Maria Wagner (links) und Generaldechant Franz Wild (rechts). In der Mitte Moderator Dir. Christian Schacherreiter.
Welche Priester braucht das Land? So fragte das 7. Streitforum, zu dem u.a. das Forum St. Severin am 14. April in die Redoutensäle nach Linz eingeladen hatte. Die Streitpartner waren Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner und Generaldechant Mag. Franz Wild.
So sehr sie sich in der Grundbotschaft gleichen – Seelsorger für die Menschen sein! –, so verschieden sind ihre Folgerungen.
Demut. Er wisse um seine Grenzen und Halbheiten. Andererseits gebe es viele Talente in der Kirche, die in die Verkündigung eingebunden werden sollen, betonte Generaldechant Mag. Franz Wild mehrmals. So wünscht er sich, dass die Kirche offen für die Aufhebung des Pflichtzölibats wird und dass Frauen intensiver in den seelsorglichen Dienst einbezogen werden. Moderator Dr. Christian Schacherreiter fragte Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner, wie wichtig ihm Demut (das Einbekennen von Grenzen) als priesterliche Tugend sei. „Demut ist eine wichtige Grundhaltung“, sagte Wagner, „sie darf aber nichts von dem wegnehmen, was mir geschenkt ist. Das große Wunder Gottes ist, dass er jemanden aus den Menschen für die Menschen einsetzt.“ Man soll das Geschenk nicht kleinreden.
Heilende Seelsorge. Deutliche Unterschiede zwischen beiden Priesterbildern wurden erkennbar, als es um Tradition und Entwicklung ging. Generaldechant Wild betonte, man dürfe nicht nur die Tradition ernst nehmen, man müsse auch auf die Jetztzeit schauen. Es sei wichtig, die Lebenssituation des Menschen anzusehen. Wild sprach von der Gefahr, ein Ideal so hoch zu legen, dass die Menschen keine Chance mehr haben, ihm zu entsprechen (z.B. Wiederverheiratung Geschiedener). Er wies auf den Weg Jesu: den Menschen das Heil zusagen. „Diesem Dienst der heilenden seelsorglichen Arbeit fühle ich mich verpflichtet“, sagte der Generaldechant.
Zur Wahrheit führen. Pfarrer Wagner sagte es zunächst ähnlich: Priester müssen Gott zur Sprache bringen, dabei offensiv auf Menschen zugehen. „Aber hat nicht der Mensch ganz tiefes Interesse, die Wahrheit zu entdecken? “ Priester dürfen den Menschen nicht das Heil schuldig bleiben, indem sie den Menschen anderes sagen, als die Kirche sagt. „Wir bieten keine Billigprogramme, das ist der Anspruch der Botschaft.“ Anschließend an diese Feststellung verteidigte Wagner den Pflichtzölibat – er gehe auf Jesus zurück. Diese Aussage wurde dann auch vom Publikum in der Diskussion heftig pro und kontra diskutiert.