Wir können mit dem derzeitigen Stand der Ökumene nicht zufrieden sein, meint Superintendent Gerold Lehner. Beim 30. Ökumenischen Theologischen Tag ging es darum: Wie geht es weiter mit der Ökumene.
Zwei Pioniere der Ökumene in Österreich machten deutlich, dass sich im Miteinander der christlichen Kirchen viel bewegt hat. Der ehemalige Bischof der Evangelischen Kirche AB sieht den Grund vor allem in den damals handelnden Personen, die eben „gut miteinander gekonnt“ hätten. Das gemeinsame Sozialwort der christlichen Kirchen bildete einen Höhepunkt dieses Miteinanders. Die Ökumene darf nicht ins Stocken geraten, betonte Wiens ehemaliger Weihbischof Helmut Krätzl. Dass man an einem heiklen Punkt angelangt ist, wurde auch an seiner Darstellung deutlich. Eine „ökumenische Ungeduld“ war bei diesem 30. Ökumenischen Tag am 22. April spürbar. Der Punkt, an dem die Ökumene stockt, ist die Frage der „eucharistischen Gastfreundschaft“ – dass also Christen auch bei anderen Konfessionen die Kommunion empfangen dürfen. Krätzl appellierte, die jeweiligen „Kirchenordnungen“ anzuerkennen. Die „katholische Kirchenordnung sehe das noch nicht vor. Doch die Christen seien die Ökumene der Welt schuldig – damit sie glauben kann. Markus Fellinger, Pastor der Methodistenkirche, plädierte für eine „Ökumene der Unschärfe“, in der noch nicht alles fertig formuliert dastehen müsse. Diözesanbischof Ludwig Schwarz erinnerte an die Synode (1970 bis 1972). Viele ökumenische Aufbrüche seien damals möglich geworden. Ökumene sei nicht nur eine Möglichkeit der Kirchen, sondern eine Verpflichtung.