Ausgabe: 2010/20, Legende, Westernheld, Eastwood, Luftensteiner-Höllriegl, Munny, Film
19.05.2010
Er ist der Westernheld schlechthin: Clint Eastwood. Ob als zynischer, einzelgängerischer Namenloser in Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“, der zum Kassenschlager wurde und Anfang der 60er Jahre die Italo-Western-Welle auslöste, ob als „glorreicher Halunke“, wortkarger Söldner, „Fremder ohne Namen“ oder „Bronko Bill“. Sie alle markieren Stationen in der Karriere des Schauspielers, an ihnen lässt sich gleichzeitig der Wandel der Genrefigur des Westernhelden ablesen. Liest man Eastwoods Filmbiografie, merkt man seine große Leidenschaft für den Western, mit ihm begründete er seinen internationalen Erfolg als Schauspieler, ihm blieb er auch als Regisseur treu. „Wenn man denkt, der Western ist alt und verbrannt, geht er mit einem neuen Standpunkt an die Dinge heran; es ist sehr aufregend, wenn das passiert“, beschreibt er einmal seine Faszination für das Genre. Seit mehr als einem halben Jahrhundert gehört der in San Francisco Geborene zu den Stars in Hollywood, als Schauspieler zunächst, seit 1971 auch als Regisseur von zahlreichen hochgelobten Filmen, in denen er sich zunehmend für die Vielschichtigkeit seiner Figuren interessiert. „Es gibt einige Filme, die ich heute nicht mehr so machen würde. Ich bin einfach älter und reifer geworden. Und etwas klüger“, sagt er, selbst auf Vergangenes zurückblickend. Und: Er ist dafür mit vier „Oscars“ belohnt worden, zwei für seine Regieleistungen, zwei erhielt er als Produzent. Ende Mai feiert das Multitalent, das gar nicht daran denkt, aufzuhören, seinen 80. Geburtstag. ,3sat‘ würdigt Clint Eastwood mit einer Dokumentation und zwei Spielfilmen. „Kennwort Kino: Clint Eastwood“ (25. 5., 22.25 Uhr) stellt das Werk des großen Schauspielers und Regisseurs vor, wobei das Porträt sich vor allem auf sein Spätwerk konzentriert, das 1992 mit „Erbarmungslos“ beginnt, bis hin zu seinem jüngsten Film „Invictus“, der Anfang 2010 in die deutschen Kinos gekommen ist. Im Anschluss daran steht „Das Todesspiel“, ein harter Polizeifilm auf dem Programm und am 28. 5. (22.25 Uhr) das humorvolle, witzige, sehenswerte Road-Movie „Honkytonk Man“.
Christiane Luftensteiner-Höllriegl,Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz