Seit seiner Erbauung in den späten 1960iger Jahren ist das Gebäude nahe der Linzer Universität als „KHG-Heim“ bekannt. Jetzt bekam es einen Namen: „Wohnheim für Studierende Franz Jägerstätter“.
Am 20. Mai 2010, am Vorabend des kirchlichen Gedenktages des seligen Franz Jägerstätter, wurde es offiziell: Das Heim der Katholischen Hochschulgemeinde in der Mengerstraße trägt nun den Namen Franz Jägerstsätter. (Die KIZ berichtete bereits im Oktober 2009 über die neue Bezeichnung.) Ein Schriftzug am Eingang des „KHG-Heims“ erinnert an Jägerstätter, ebenso eine Gedenktafel im Foyer und das „Jägerstätter-Kreuz“ in der Mensa. Alle drei Gedenkorte hat der Pregartner Künstler Herbert Friedl gestaltet.
Gast aus den USA. Eine besondere Freude bedeutete für Heimleitung und Studierende, dass die 97-jährige Witwe des Seligen, Franziska Jägerstätter, zum Festakt gekommen war. Der amerikanische Weihbischof Thomas Gumbleton, der einige Tage in Jägerstätters Heimat St. Radegund verbringt, war ebenfalls zur Feier gekommen. Der Bischof aus Detroit setzt sich in den USA seit Jahrzehnten für die Verbreitung des Zeugnisses von Jägerstätter ein. Im Festvortrag „Franz Jägerstätter. Die Verantwortung kann kein anderer für mich tragen“ geht die Jägerstätterbiografin Erna Putz auf die Tatsache ein, dass Jägerstätter unabänderlich immer mehr Geschichte wird: „Für die jungen Menschen, die dieses Haus bewohnen, liegt die NS-Zeit und der Krieg weit zurück. Enkel und Urenkel nähern sich den Fragen meist unbeschwert. Es gibt aber auch Trends, die NS-Zeit zu glorifizieren. Der Schriftzug am Haus, der Name Franz Jägerstätter regt in dieser Hinsicht zum Nachdenken an.“ Putz wies auch auf die Bedeutung von Franziska Jägerstätter hin: „Franziska gibt dem Bild von Franz die Farbe und seinem Namen den vollen Klang.“