Die Freude, zur Gemeinde Jesu zu gehören wird bei den Gottesdiensten der afrikanisch-englischsprachigen Gemeinde vor allem in den Liedern erlebbar. Es wird geklatscht, getrommelt und manchmal auch getanzt.
Am 5. September 2010 empfing Calib Osoji im Marien-Dom in Linz die Taufe. Rund 200 Personen folgten der Einladung, bei Calibs Taufe dabei zu sein. Igmatius Emefoh, der Seelsorger der afrikanisch-englischsprachigen Gemeinde, freut sich sehr über die vielen Kinder und jungen Familien seiner Gemeinde (Info siehe linke Spalte).
Viel Vorbereitung. Bereits 30 Minuten vor dem Gottesdienst ist ein Großteil der Gemeinde in der Votivkapelle des Mariendoms versammelt. Der 15-köpfige Chor stimmt sich ein und heute üben auch drei Ministranten immer wieder den Einzug, bis die Verbeugung und die Kniebeuge vor dem Altar von allen exakt synchron ausgeführt werden. Während der Chor probt, läutet die Glocke den Einzug der Priester ein. Das zuletzt geprobte Stück wird zum Eröffnungslied. Insgesamt sind zur Taufe vier Geistliche erschienen.
Mitfeiern erwünscht. Die Predigt beschäftigt sich, ausgehend von der Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an Philemon, mit dem Thema „Versöhnung“. In Jesus sind alle gleich, lautet die Kernaussage. „In unserem Land und in unserer Kirche gibt es Diskriminierung. Aber in den Augen Gottes sind wir alle gleich“, betont der Prediger. Die afrikanische Gemeinde bietet Kirchenbesucher/innen ein ungewohntes Bild. Die leuchtenden Farben der afrikanischen Trachten, die extravaganten Hüte der Damen, der Klang der Trommeln zur lauten, rhythmischen Musik lässt viele neugierig stehenbleiben. Diese „Zaungäste“ sind gerne gesehen. Am Ende der Messe lädt Emefoh auch sie ein, mit in den Pfarrsaal zu kommen, um dort bei afrikanischem Essen miteinander ins Gespräch zu kommen. Damit auch wirklich alle seiner Einladung folgen, wiederholt er sie sogar auf Deutsch. Brücken bauen, Beruhrungsängste abbauen und gemeinsam feiern, das ist ihm besonders wichtig.
Zur Sache
Afrikanisch-englisch-sprachige Gemeinde
Die afrikanische Gemeinde ist eine junge Gemeinde. Insgesamt zählt sie rund 100 bis 120 Mitglieder. Etwa 80 bis 90, so Seelsorger Igmatius Emefoh, kommen regelmäßig um 16 Uhr in den Mariendom zum Gottesdienst in englischer Sprache.
Der Gottesdienst unterscheidet sich in Ablauf und Struktur nur in kleinen Details von den anderen Gottesdiensten im Dom: Die Fürbitten werden von den Gläubigen frei formuliert und vom Sitzplatz aus vorgetragen. Beim Friedensgruß gehen alle Priester und Ministranten zu allen Feiernden, um ihnen den Frieden zu wünschen.
Der 15-köpfige Chor wird von Tina Aifuwa geleitet. Geprobt wird jeden Sonntag vor der Messe. Keyboard und Trommeln begleiten die rhythmischen Lieder. Die Gemeinde drückt ihr Mitfeiern mit Singen aus: Alle Gebete und Antworten der Gemeinde werden gesungen. Der Freude, zur Gemeinschaft Gottes zu gehören, wird mit Klatschen und Tanzen Ausdruck verliehen.