Ich bin bis zum heutigen Tage mit meinem Vornamen Notburga nicht gerade glücklich. Er wirkt streng und entspricht nicht meinem offenen und geselligen Wesen. In der Schulzeit wurde ich oftmals gehänselt. Wenn jemand meinen vollen Namen ausspricht, ist der Klang sehr fremd. Denn auch meine Eltern rufen mich seit jeher Burgi. Dies führt jedoch zu Verwechslungen mit Walburga, Wilbirg oder sogar Birgit. Oft werde ich gefragt, wie ich denn nun wirklich heiße. Meine Eltern wählten die Vornamen ihrer Kinder aus verschiedenen Beweggründen: Ein Grund war, dass es jedem möglich sein soll, die Heiligenstätte des Namenspatrons besuchen zu können. So war es eine Freude, als ich einige Studienjahre in Innsbruck verbrachte, denn Notburga wird als große Heilige in Tirol (Rattenberg) verehrt. Das Heiligenbild mag ich sehr gern: Notburga ist in bäuerlicher Tracht und mit einer Sichel in der Hand dargestellt. Ich kleide mich selbst sehr gern in Tracht. Notburga arbeitete als Küchenmagd bei einem Schlossherrn und konnte immer wieder Essensreste unter den Armen verteilen. Als sie einmal bei diesem Tun von den Herrschaften „erwischt“ wurde, verwandelten sich die Essensreste in wertlose Hobelspäne. Danach trat sie in die Dienste eines Bauern.
MMag. Burgi Grimus-Birner ist Angestellte der Sparda-Bank Linz, verheiratet und Mutter von drei Töchtern.