Die Rücknahme der Exkommunikation der vier „Lefebvre“-Bischöfe durch Papst Benedikt XVI. hat die von Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991) gegründete Pius-Bruderschaft schlagartig wieder zum Thema in allen Medien gemacht. Da jahrelang kaum von der Bewegung zu hören war, sind viele ihrer Anliegen aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Der Pastoraltheologe Alois Schifferle ruft in seinem Werk „Die Pius-Bruderschaft“ wieder in Erinnerung, worum es der traditionalistischen Bewegung geht: nämlich um mehr als um die Bewahrung der „tridentinischen Messe“. Angelpunkt ist deren Stellung zu Religionsfreiheit, Demokratie, Menschrechten und Ökumene. Schifferles Arbeit ist eine Chronik des Konflikts, eine wichtige Quellensammlung und eine fundierte Hilfe, die Bedeutung des Themas zu verstehen.
Die Pius-Bruderschaft. Informationen, Positionen, Perspektiven, Alois Schifferle, Kevelaer 2009, 399 Seiten, ca. Euro 30,–.
Kirchen im Nahen Osten seit 1945
Mit Ausnahme der christlichen Kirche in Israel und Palästina wird die jüngere und jüngste Geschichte der Christen in den Ländern des Nahen Ostens wenig wahrgenommen. Nun ist diese Lücke geschlossen: In der Reihe „Kirche und Katholizismus seit 1945“ wird die Situation der katholischen Kirchen in den einzelnen Ländern dieser Region beschrieben. Ein wichtiges Werk gerade im Hinblick auf die Nahost-Sondersynode im Oktober 2010 in Rom.
Naher Osten und Nordafrika. (Bd 7: Kirche und Katholizismus seit 1945), Harald Suermann (Hg.), F. Schöningh 2010, 255 Seiten, ca. Euro 40,–.