„Sind wir noch zu retten?“, lautete die Frage, um die beim Ars Electronica Festival 2010 alles kreiste. Computerspiele, Animationen, Installationen, Diskussionen rund um Klimarettung, Nachhaltigkeit, Globalisierung hinterließen in der faszinierenden Architektur der ehemaligen Linzer Tabakfabrik einen bleibenden Eindruck. Das Bewusstsein, dass Weltrettungsideen den ganzen Menschen betreffen und nicht eine Frage der Technik sind, zeigte sich etwa bei der „Body&Soul-Factory“ im fünften Stock. Dort, wo früher Zigaretten produziert wurden, lagen nun Besucher/innen auf der Matte und hielten gemeinsam Einkehr. Etliche Heilungsangebote für Leib und Seele standen in den riesigen Hallen zur Auswahl: schamanisch Reisen, Cranio-Sacral-Therapie, Klangmeditation, Physiotherapie, Yoga & more. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt – auch dort, wo es um persönliche Heilung und Rettung geht. Das Bedürfnis nach Stille und Innehalten ist heute zweifellos vorhanden – das machten die zahlreichen Besucher/innen und Einkehr-Willigen deutlich. Nachdenklich stimmte mich, dass christlich orientierte Meditationsangebote im Programm nicht zu finden waren. Gab’s gar keine Nachfrage? Eine Anfrage, die mehr an die christlichen Kirchen geht, als an die Veranstalter selbst.