Ein Amphitheater gehört ebenfalls zur Bibellandschaft am Lesterhof. Obwohl in den Evangelien nicht erwähnt, spielten Theateraufführungen zur Zeit Jesu eine nicht unwesentliche Rolle. Nur wenige Kilometer von Jesus Heimatdorf Nazareth entfernt, wurde ein Theater gebaut.
Die Bibel nicht nur zu lesen, sondern in der freien Natur auch zu erleben – dazu hilft der Bibliodrama-Park, den der freiberufliche Theologe Martin Zellinger bei seinem Haus, dem Lesterhof bei Neumarkt im Mühlkreis, angelegt hat.
20 Meter ist der Teich hinter dem Lesterhof lang, kein Vergleich mit den 20 Kilometern des Sees Gennesaret in Israel. Doch man braucht sich mit Martin Zellinger nur an sein Biotop zu stellen und ihm kurz zuzuhören und schon fühlt man sich in das Heilige Land versetzt: an das Ufer des Meers von Galiläa, wo Jesus seine Jünger berufen hat. Genau das ist die Absicht: Die Schüler/innen oder die Gruppen von Erwachsenen, die auf den Lesterhof kommen, sollen die Texte der Bibel nicht nur mit dem Kopf erfassen, sondern sich in das Geschehen hineinstellen – und mitspielen. So macht Zellinger – als Erzähler und Regisseur in einem – zwei seiner Gäste zu den Fischern Simon und Andreas, die ihr Netz auswerfen. Und er erntet, als er in die Rolle von Jesus schlüpft, heftigen Widerspruch von Zebedäus, da er dessen Söhne Jakobus und Johannes dem väterlichen Fischereiunternehmen abspenstig und sie zu seinen Jüngern macht. Sich in die biblischen Personen hineinzudenken, auszusprechen, was sie geärgert, überrascht und gefreut oder welche neue Perspektiven sich ihnen eröffnet haben könnten – dazu regt Zellinger in seinem Bibliodrama-Park an.
Fruchtbares Galiläa im Mühlviertel. Die Gartenlandschaft, die er geschaffen hat, ist eine Hilfe, in die Welt der Bibel einzutauchen. Die üppig blühenden Blumen erinnern an die fruchtbare Landschaft am See Genesaret. Wenn man sich auf die Granitmauern setzt und Trauben von den Weinstöcken naschen kann, braucht das Bildwort von Jesus, dem fruchtbaren Weinstock, keine langen theoretischen Erklärungen mehr.
Die Bibel mit dem Leben verbinden. Wer sich auf das Mitspielen der Bibel einlässt, macht häufig die Entdeckung: Das sind keine alten Geschichten, sondern sie passen in die heutige Zeit und betreffen mein Leben. Diese Rückmeldung erhält Zellinger häufig: Manchmal sind es Details, scheinbare Nebensächlichkeiten, die tief gehen. Warum Menschen jeden Alters auf die bibliodramatischen Elemente, wie diese Methode der Auslegung der Heiligen Schrift im Fachjargon genannt wird, anspringen, sieht der Theologe Zellinger in zwei Gründen: Die Leute kommen selbst zu Wort und sie können etwas tun. Ihnen werden keine vorformulierten Auslegungen vorgesetzt.
Mit dem Rollstuhl nach Israel. Mit Martin Zellinger kann man das Land Jesu nicht nur am Lesterhof erleben, sondern auch auf einer besonderen Heilig-Land-Reise: 25 bis 30 Teilnehmer/innen, davon ein Drittel Rollstuhlfahrer/innen, werden von 14. bis 21.März 2011 das Land erkunden. Die Mischung von Teilnehmer/innen mit und ohne Behinderung trägt dazu bei, dass an den Stätten Zeit zum Verweilen ist.
- Infos unter www.lesterhof.at und Tel. 07941/82 72.