Am vergangenen Wochenende hat die Ortsbauernschaft unserer Gemeinde eine „Hofroas“ veranstaltet. Wer kann, hilft mit, damit die Veranstaltung auch gelingen kann. Ich war zum Kellnern eingeteilt. Es war anstrengend, weil schönes Wetter war und viele Leute das genutzt haben, von Hof zu Hof zu wandern und sich dort verköstigen zu lassen. Trotzdem war Platz für ein wenig Plaudern und Lachen. Der Höhepunkt an Belustigung meinerseits ist aber unfreiwillig passiert. „Geh, Schatzi, bringst mir noch an G’spritztn!“, hat mir ein Mann gegen die 80 zugerufen. Vor wenigen Jahren wäre ich wahrscheinlich äußerst erbost gewesen und hätte mich geweigert, ihn weiter zu bedienen. Am Sonntag hab ich herzlich darüber lachen müssen. Ich hab überlegt, ob ich das Getränk mit einem: „Da hast deinen G’spritztn, Schatzi“,servieren soll, hab es dann aber gelassen. Ich denke nicht, dass der Schmäh angekommenwäre. Ich bin mir sicher, der Mann hätte ihn nicht verstanden. Ich hab für mich verstanden: Mein Selbstbewusstsein ist zumindest so groß, dass ich mich von einem „Schatzi“ nicht abwerten lasse. Und ich träume noch immer von einer Welt, in der Frauen nicht bloß als „Schatzis“ gesehen werden.