Als Werner hat man es nicht immer leicht. Der einst in der Familie gefeierte Namenstag am 18./19. April kam ohne einen Heiligen aus. Recherchen verwiesen später auf Werner von Oberwesel am Mittelrhein, der 1287 im Alter von 14 Jahren ermordet aufgefunden wurde. In einem für die damalige Zeit häufigen Antijudaismus schob man den Tod des Knaben den Juden in die Schuhe (Ritualmordlegende), obwohl selbst ein kaiserliches Urteil anderer Meinung war. Bei aller Tragik ist dieser kein guter Patron für einen Alttestamentler. Die Diözese Trier nahm ihn 1963 aus dem Heiligenkalender. An welchen Heiligen wendet man sich nun? Zuletzt bin ich auf den seligen Wern(h)er von Wilten gestoßen. Als Abt des Prämonstratenserstiftes war er eine aufbauende und engagierte Persönlichkeit. Der 1. Oktober (1331), sein Sterbetag, gilt als sein Gedenktag. Ermutigen kann ich dennoch nur alle Werners: Lebt eine lebendige Gottesbeziehung in Kirche und Welt! Es gibt noch Namensplätze unter den Heiligen zu vergeben.
Univ. Ass. Dr. Werner Urbanz Institut für Bibelwissenschaft des Alten und Neuen Testamentes, KTU Linz.