Kürzlich im Kaffeehaus. Ich nutze die Zeit zwischen Arbeitsende und Konzertbeginn für eine Abendrast mit Jause. Es ist einer dieser (letzten) lauen Sommerabende, die zum Durchatmen einladen. Davon ist links und rechts von mir keine Spur zu bemerken.Zwei Männer am Nebentisch linker Hand schütten sich die Halbe im Viertelstunden-Takt hinter die Binde und reden dabei pausenlos. Wie aufgezogen. Dabei werden sie immer lauter, der Drang zur Selbstdarstellung steigt mit dem Alkoholpegel. Der ganze Freundeskreis ist bald durchkommentiert und ich weiß jetzt auch Bescheid. An Entspannung ist da für mich nicht zu denken. Zwei Frauen rechter Hand sind statt miteinander mit ihren Handys beschäftigt. Klingeling. Hier ist ein Termin, da ist ein Termin zu checken. Die Woche ist bald durchgeplant. Klingeling. Zwischen den Telefonaten wird ein kurzer Austausch gepflegt. „Du kriegst ja noch ein Burnout von deinem Freizeit-Stress!“, sagt Freundin A zu B. Die kontert: „Na, du musst reden!“ Burnout vom Freizeitstress! – Diese Meldung ist mir eine Warnung. Am Beginn des neuen Arbeitsjahres auf Zeiten der Ruhe, der Entspannung und des süßen Nichts-Tuns nicht vergessen. Gleich im Kalender eintragen. Sofort!