Nicht alles, aber vieles kann „enten“. Ob arten, decken, falten, zweien, wischen, wachsen oder thronen – diese Wörter wissen um das Schicksal Bescheid, das am „Ent“ hängt.
„Ent“ kehrt den Sinn um, macht aus etwas geradezu das Gegenteil. Aus decken wird entdecken, aus thronen entthronen, aus arten entarten. Was aber kehrt „entbehren“ ins Gegenteil? Was heißt den behren? Oder warum heißt es „entströmen“ – ist das nicht das Gleiche wie strömen. Gase entströmen oder strömen aus etwas heraus. Sind Entscheidungen nicht Scheidungen – man scheidet das Eine von allem Anderen, um sich so für das Eine zu entscheiden. Was macht jemand, der einer Schüssel einen Apfel entnimmt anderes als jemand, der aus der Schüssel einen Apfel nimmt?
Machen Sie mit: Gehen Sie auf Ent-Deckungsreise in die deutsche Sprache. Entziffern Sie sprachliche Ungereimtheiten, entwerfen Sie ein Bild von „Ent“ und schreiben Sie uns einen kleinen Wortspiel-Aufsatz, bei dem Sie möglichst viel enthüllen und wieder hüllen. So entsprechen Sie dieser Denk-Mal-Aufgabe!
- Adresse: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, E-Mail: office@kirchenzeitung.at. Einsendeschluss ist Freitag, 8. Oktober 2010.
- Beim Denk Mal Nr. 38 (Das Lied „Ein Männlein steht im Walde“ besingt die Hagebutte) haben Andrea Krichbaumer aus Münzbach sowie Elisa und Nico Hofer aus Mondsee gewonnen.