Wenn wir in der Bundeshymne die großenSöhne der Heimat besingen – und damitauch die großen Töchter meinen – loben wirauch die Zuwanderung.
Der Vater von Wiens großem Prediger, dem RedemptoristenKlemens Maria Hofbauer, warsüdmährischer Viehzüchter. Der Kapitän deslegendären Fußball-Wunderteams, MatthiasSindelar, kam in der Nähe von Iglau im heutigenTschechien zur Welt. Paula Preradovic, dieDichterin der Bundeshymne, zog in die andereRichtung – als sie zwei Jahre alt war, übersiedeltedie Familie nach Pula. Franz Liszt kam alsFerencz Liszt im heutigen Österreich, im burgenländischenRaiding zur Welt. Damals war esungarisches Kronland. Joseph Roth wurde inGalizien geboren und studierte unter anderemin Lemberg.
Entwicklung ohne Zuwanderung hat es nie gegeben.Die Menschen haben selbstverständlichZuwanderung gelebt. Um 1910 etwa lebten inWien an die 300.000 Tschechen, das waren damalsfast 15 Prozent der Gesamtbevölkerung.Heute sind die Serben die größte Gruppe derMigrant/innen – etwa 110.000 Serben leben inWien; das sind 6,5 Prozent. Die Fremdenfeindlichkeitist also ein Phänomen unserer Zeit,noch dazu bei viel geringerem Anteil in derGesamtbevölkerung.
Machen Sie mit: Schreiben Sie uns bis Freitag,29. Oktober, mindestens zehn große Österreicher/innen, die nicht in Österreich geborensind. Wir verlosen ein passendes Buch.