Solidaritätspreisträger Katholische Jugend Arbing setzt sich für Flüchtlingshaus Bad Zell ein
Ausgabe: 2010/43, Vorbild, Erwachsene, 72 Stunden ohne Kompromiss, Bad Zell, Solidaritätspreisträger, Solidaritätspreis
27.10.2010
„72 Stunden ohne Kompromiss“ arbeiten Jugendliche in sozialen Projekten mit. Eines davon ist das Flüchtlingshaus in Bad Zell, wo zehn Jugendliche – darunter die Solidaritätspreisträger der Katholischen Jugend Arbing – ein neues Spielzimmer gestalten und ein Begegnungsfest organisieren.
„Die Welt ein kleines Bisschen verändern.“ Für Lukas Gaisberger ist dieser Anspruch des Sozialprojektes „72 Stunden ohne Kompromiss“ nicht zu hoch. „Wir tun ja wirklich was für die Leute“, sagt der Jugendliche und greift zur Farbwalze, um den bislang ungenützten Raum im Flüchtlingshaus Bad Zell auszumalen. In den nächsten drei Tagen wird Lukas gemeinsam mit seinen neun Mitstreitern für die Neugestaltung des Spielzimmers anpacken. Profitieren werden die Bewohner/innen des Flüchtlingsheims, 50 sind es derzeit. „Ihre Zimmer sind eng. Für sie soll es mehr Platz zur Bewegung geben“, erklärt Lukas. Bereits vor zwei Jahren haben er und seine Freunde der Katholischen Jugend Arbing sich für das Flüchtlingshaus Bad Zell stark gemacht. Damals wurde der Gemeinschaftsraum renoviert. „Wir haben vorher nur wenig gewusst über die Flüchtlinge“, sagt Claudia Bruckner. Neu war, dass Asylwerber nicht in Österreich arbeiten dürfen, wie quälend lange man in Österreich auf den Asylbescheid warten muss und welche Kriegstraumata die Flüchtlingskinder teilweise mit sich schleppen.
Verbindende Kraft des Sports. Die Ängste, wie man mit den Fremden umgehe, könne man am besten durch den persönlichen Kontakt zerstreuen, meint Claudia: „Die Leute hier sind total freundlich. Besonders die Kinder sind sehr offen.“ Für die Jugendlichen Grund genug, den Austausch auch nach dem 72 Stunden-Projekt im Jahr 2008 zu pflegen. Indem die Katholische Jugend Arbing Spielzeuge und Schultaschen sammelte und eigenständig Feste für ihre Freunde veranstaltete. Mit ihrem Engagement, das heuer mit dem Solidaritätspreis ausgezeichnet wurde, wollen die Jugendlichen nicht nur für Altersgenossen Vorbild sein: „Die Erwachsenen sollen sehen, dass es normal ist, sich für Ausländer zu engagieren“, sagt Johanna Schmidt.
Dafür setzen die Arbinger auch auf die verbindende Kraft des Sports. So organisieren die Burschen mit den Männern des Hauses ein Fußballspiel, das Aus- und Inländer zusammenbringt. Krönenden Abschluss der „72 Stunden“ bildet ein Begegnungsfest, zu dem die Asylwerber einladen und ihre Tänze, Lieder, Bräuche und Speisen aus der Heimat vorstellen.
ZUM THEMA
72 Stunden ohne Kompromiss
Die Wirklichkeit in 72 Stunden verändern – das ist das Anliegen von Österreichs größter Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“, die von 21. bis 24. Oktober stattfand. Es ist eine Aktion der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas.at. Allein in Oberösterreich packten rund 600 Jugendliche in 45 Projekten mit an. In Kleingruppen legten sie einen Garten für Behinderte an, sammelten Lebensmittel für einen Sozialmarkt oder organisierten ein Oktoberfest für Senioren. Welche dieser gemeinnützigen Aufgaben sie bewältigen müssen, wussten sie in der Regel aber vorher nicht. Ärmel hochkrempeln, improvisieren und kreativ sein, ist der Grundsatz des Sozialprojekts. „72 Stunden“ trägt langfristige Früchte wie etwa das Engagement der Solidaritätspreisträger Katholische Jugend Arbing zeigt.