„Ein Hospiz ist eine Schule des Lebens,“ schreibt Gabriel de Saint Victor im Buch „Der gezähmte Tod“. „Man lernt Respekt, Demut, Mitgefühl. Man lernt aber auch, dass der Mensch zum Leben Liebe und Hoffnung braucht.“
Der Ingenieur, Banker und Pries-ter arbeitete mehrere Jahre als Seelsorger in Palliativstationen in und um Paris und erzählt die Geschichten von Menschen, die er auf ihrem Weg in den Tod begleitet hat. Er vermittelt damit das, was er in dieser „Schule des Lebens“ gelernt hat: dass Ster-bende die Angst vor dem Tod verlieren, wenn sie sich mitihrem Leben oder ihrem Umfeld ausgesöhnt haben. Oder dass manche Menschen den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen, etwa wenn sie genau dann sterben, wenn jemand der Angehörigen, die Rund-um-die-Uhr-Besuche organisiert haben, für einen Moment das Zimmer verlässt, um einen Kaffee zu trinken oder eine Zigarette zu rauchen, oder andererseits, wenn jemand erst dann stirbt, wenn die Angehörigen dieses Sterben akzeptieren können.Jede einzelne Geschichte ist berührend und will gleichzeitig, dass das Leben bis zuletzt lebenswert sein kann.
Der gezähmte Tod, Wie Sterbende Hoffnung schenken, Gabriel de Saint Victor, Sankt Ulrich Verlag, Euro 17,40.