„Das muss ich unbedingt so aufheben, dass ich es ganz sicher wieder finde!“ – Also weise ich dem Wichtigen einen besonderen Platz zu. Die Zeit vergeht, das Wichtige muss noch nicht zur Hand genommen werden. Doch immer wieder fällt es mir in die Hände.
Dann kommt der Tag, an dem ich es brauche: Wohin habe ich es bloß gelegt? Ich erinnere mich, dass ich damals seine Wichtigkeit richtig zu deuten wusste und dafür einen besonderen Platz ausgesucht habe. Einen Platz, wo man es sofort findet, vorausgesetzt, man weiß ihn noch. Ich weiß ihn mittlerweile nicht mehr. Also suche ich. Und ich suche lange. Auf der Suche finde ich allerhand Dinge, denen ich zu anderer Zeit einen besonderen Platz zugewiesen habe und die ich gestern, vor drei Monaten oder zwei Jahren, als ich sie brauchte, nicht gefunden habe. Jetzt sind sie Schnee von gestern. Der Schnee von heute aber bleibt verborgen.
Während ich viel Zeit versuche, wird mir bewusst: Die Hälfte des Lebens verbringt man damit zu suchen, was man in der anderen Hälfte verlegt hat.
Warum ich das schreibe? –Weil ich nicht finden kann, was ich mir als Stichwort für diese Glosse aufgeschrieben habe!