Ausgabe: 2010/45, Unter uns, Wallner, Liu Xia, Friedensnobelpreis, Xiaobo
10.11.2010
Hierzulande werden Glaube und Kirche häufig mit Problematisieren und Jammern verbunden. Die nüchterne Analyse des Ist-Zustands ist wichtig, wenn man Wege aus der Krise finden will, doch das Grübeln darf das Schöne, das Befreiende und Frohmachende des Glaubens nicht aus dem Blick geraten lassen. Wie kann das gehen? – Ein chinesisches Ehepaar bietet sich als Helfer an. Ohne dass sie es wissen und überraschenderweise ein Paar, das sich selbst gar nicht als christlich bezeichnet: Frau Liu Xia und Herr Liu Xiaobo. Der Mann ist der im Westen viel bejubelte Friedensnobelpreisträger 2010. Als Autor der Charta 08 gilt er als politisch kluger Kopf. Bei der Ankündigung der Preisvergabe hat seine Frau Liu Xia über das Leben ihres Mannes erzählt, da er selbst zurzeit in einem Gefängnis weitab der Hauptstadt Peking sitzt. „Er liest sehr viel. Ich habe ihm auch die Bibel und andere religiöse Bücher, zum Beispiel des Theologen Dietrich Bonhoeffer ins Gefängnis gebracht. Wir sagen zwar nicht, dass wir Christen sind, aber es tut unserem Herzen gut.“ Schöner kann man nicht ausdrücken, was Glaube bedeutet: Die Botschaft der Bibel tut dem Herzen gut. Wir haben allen Grund, Liu Xia und Liu Xiaobo für ihr Zeugnis zu danken.