Ausgabe: 2010/46, Unter uns, Familie, Familien, Gratiskindergarten, Menschen
17.11.2010
Ich bin im September zum zweiten Mal Vater geworden und bin doch überrascht über manche Reaktion, wenn meine Frau und ich mit den beiden Kleinen unterwegs sind. Ziemlich häufig kommt es vor, dass wir auf der Straße, auf dem Spielplatz oder im Bus im Gespräch mit Leuten als Großfamilie bezeichnet werden.
In meiner Vorstellung besteht eine Großfamilie aus mindestens vier Kindern. Aber alles ist relativ. Bei meinen Treffen mit Klassenkollegen erst vor wenigen Wochen erfahre ich, dass mehr als die Hälfte von den ehemaligen Mitschüler/innen, Alter: Ende 20/Anfang 30 (noch) kinderlos ist.Es liegt mir fern, den Moralapostel zu spielen, weil junge Leute immer später und seltener Kinder bekommen. Ärgerlich ist aber, dass Familien derzeit von der Regierung mit besonders vielen Kürzungen bedacht werden und Kinderbekommen quasi bestraft wird. Stichworte sind: weniger Familienbeihilfe, weniger Förderung für Familien mit mehreren Kindern. Obendrein ist auch der Gratiskindergarten ein Murks sondergleichen, weil nun doch das Geld an allenEcken und Enden fehlt und der Verwaltungsaufwand enorm ist. So sorgt die Politik dafür, dass spätestens in 20 Jahren Paare bereits mit nur einem Kind als ungewöhnlich auffallen werden.