Es soll ja Familien geben, da ist – nicht nur zu Weihnachten – immer alles sonnenklar: „Alle feiern so wie jedes Jahr bei uns!“ So einfach ist das. Ich gehöre nicht dazu. Schon als junge Erwachsene wollte ich immer beides: zu Hause mit den Eltern feiern – so schön wird sonst das ganze Jahr über nicht musiziert – und mit Freund/innen Weihnachtsalternativen ausprobieren. Egal, wo ich war: die Sehnsucht nach dem jeweils anderen Modell ist geblieben. Heute, Jahre später, sind die Fragen ähnlich: wer feiert heuer wo und mit wem? Und wie tut man, wenn man – so wie das Jahr über auch – einmal hier und einmal dort ist, und zu Weihnachten dann das Gefühl hat, sich zwischen verschiedenen Orten und Menschen zerreißen zu müssen? Am 24. Dezember überall ein wenig halb feiern? Ein paar Stunden bei den Schwiegereltern, ein paar Stunden bei den eigenen Eltern und dann noch ein paar Stunden in der eigenen Wohnung als Paar, vielleicht noch kurz bei den Nachbarn vorbeischauen und dann ... hechel, in die Christmette? Am 25. Dezember lässt sich das Spiel noch fortsetzen und um den erweiterten Verwandtenkreis ergänzen. Hechel. Ist das meine „Stille Nacht“?