Meinen Vornamen trägt in unserer Familie neben mir auch meine Mutter. Wie im Mühlviertel üblich, werden wir „Steffi“ gerufen.Mein Namenstag ist ein Feiertag, der knapp nach dem freudvollen, strahlenden Weihnachtsfest eine andere Seite des christlichen Glaubens beleuchtet.„Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“, waren laut Überlieferung die letzten Worte des gesteinigten Stephanus. Sein Mut zur Wahrheit, standhalten, wenn es schwierig wird, und verzeihen können sind für mich erstrebenswerte Haltungen.Als Vorbild in dieser Zeit könnte auch der ungarische König Stefan dienen, der sein Amt umsichtig und tolerant gegenüber allen Religionen ausübte. Der Dom zu St. Stephan hat mich schon als Kind fasziniert und diese Anziehungskraft ist bis heute geblieben.Für mich ist der Stefanietag, der interessanterweise nur in der weiblichen Form im Kalender festgeschrieben ist, mein erhol-samer Weihnachtsfeiertag, an dem ich alljährlich von häuslichen Arbeiten befreit in Ruhe ein gutes Buch lese.
Stefanie Stadler aus Ottenschlag ist Fachberaterin für kirchliche Kindergärten, verheiratet, und hat drei erwachsene Kinder.