Acht Jahre lang war Christoph Malzer verantwortlich, dass Oberösterreichs Sternsinger nicht nur in die Wohnungen eingelassen wurden, sondern auch in Fernsehen, Radio und Zeitungen ihren Platz fanden. Nun ist er für die Medienbetreuung von Österreichs Schirennläuferinnen zuständig.
Müde, aber zufrieden lächelnd kommt er am 22. Dezember 2010 zum Gespräch mit der KIZ. Erst gegen zwei Uhr früh ist er nach einer zehnstündigen Autofahrt vom französischen Courchevel nach Hause – nach Bad Ischl – gekommen. Wenige Stunden später sitzt er schon wieder in Gmunden, um über seinen Traumjob zu erzählen: die Medien-Begleitung der ÖSV-Alpin-Athletinnen. Stress und Termindruck machen ihm nichts aus, vor allem wenn das Schiteam so erfolgreich ist wie zurzeit. In Courchevel hat Marlies Schild mit einem Riesenvorsprung gewonnen, am Semmering entschied sie den Slalom für sich. Nach solchen Platzierungen ist seine Aufgabe einfach, meint er verschmitzt. Da läuft die Sache – fast – von selbst. Aber doch nur fast. Marlies Schild, Kathrin Zettel, Nicole Hosp und wie sie alle heißen – wer einen dieser Stars sprechen will: Der Weg führt über Christoph Malzer. Zu seinen Aufgaben gehören die Begleitung zu Interviews, mit den Läuferinnen zu beraten, wie viel sie von sich persönlich preisgeben möchten, und vor allem die für Sportlerinnen extrem sensiblen Informationen über Verletzungen zu klären. Seine Qualifikation hat sich Malzer, der gelernte Hauptschullehrer für Englisch und Bildnerische Erziehung, in der Praxis bei der Kath. Jungschar, beim Oö. Landesschiverband und in einem Universitätslehrgang für Sportjournalismus erworben.
Ständig unterwegs. Nach acht Jahren bei der Jungschar Oberösterreichs und zwei Jahren als Generalsekretär beim Oö. Landesschiverband arbeitet Malzer seit Oktober 2010 für den ÖSV. In den wenigen Monaten hat er schon an die 10.000 km im Auto zurückgelegt, dazu kommen die Flüge zu den Rennen in Skandinavien, in den USA und Kanada. Seiner Frau ist er dankbar, dass sie seinen Beruf mitträgt. Zurzeit ist natürlich an ein Engagement in der Pfarre Bad Ischl nicht zu denken, aber aus den Augen verlieren möchte er es nicht. Vor allem den Menschen in seiner Heimatpfarre in Wels hat er viel zu verdanken, erzählt er. Das Netzwerk an Freundschaften trägt ihn bis heute. Dass er momentan keinen Freiraum findet, sich ans Schlagzeug zu setzen, ist einsichtig.
Erfolgreich. In Malzers Arbeitsbereich kommen religiöse Themen nicht zur Sprache, erzählt er, aber es gibt eine Reihe von Sportlerinnen, bei denen der Glaube in ihrem Leben einen wichtigen Platz einnimmt. So haben Marlies Schild und Kathrin Zettel mehrfach öffentlich gesagt, dass sie auch beten. Dass es am Semmering zu einem Treffen der Sternsinger mit den Rennläuferinnen kam, hat nicht Malzer eingefädelt, sondern hat dort Tradition. Natürlich freut er sich über diese Begegnung, weil beide Seiten durch die Öffentlichkeit profitieren. Aber Dreikönigs-aktion und Spitzensport sind zwei ganz verschiedene Welten, stellt er klar, um im selben Atemzug einzuschränken: „Um Erfolg bemühen sich beide.“ Und voll Respekt meint er über die Sternsinger-Aktion: „Das Schöne ist, dass sie weltweit für benachteiligte Menschen viel bewegt.“