Viel weiß ich nicht zu meinem Namenspatron. Es freut mich aber, dass noch viele in meinem Umfeld wissen, wann der Namenstag ist. Er ist in zahlreichen Kirchen abgebildet, der Mann mit den Pfeilen im Körper. Diese Darstellungen geben mir zu denken. Er hat sich zum Christentum bekannt, in einer Zeit, wo es noch nicht Staatsreligion war. Wie genau, wissen wir nicht mehr.
Aber für mich stellt sich heute die Frage: Wofür soll ich eintreten? Welches Bekenntnis ist heute von mir gefragt? Wenn man sich zum Beispiel in der Kirche für Geschlechtergerechtigkeit im Bezug auf die Zulassung zum Priesteramt einsetzt, kann man auch mit giftigen Pfeilen rechnen. Diese Erfahrung erinnert an die Pfeile des hl. Se-bastian. Gerechtigkeit braucht den Einsatz in der Kirche und in der Gesellschaft. Dazu ist mir der hl. Sebastian ein Ansporn.Viele Kinder werden heute wieder auf diesen Namen getauft. Werden sie sich in Zukunft für mehr Gerechtigkeit einsetzen?
Dr. Sebastian Schneider ist Abteilungsleiter im Seelsorgeamt Salzburg.