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„Sie wollen einen Job!“

Ausgabe: 2011/08, AMS, Job, Gerstorfer, Obrovski, Arbeitsmarktservice, Mazal, Sozialrecht
22.02.2011
- Ernst Gansinger
AMS ?sterreich [ NUR FUER REDAKTIONELLE VERWENDUNG ! (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG,URHEBERVERMERK und den AGBs auf bilderbox.com](in an im auf aus als a
AMS ?sterreich [ NUR FUER REDAKTIONELLE VERWENDUNG ! (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG,URHEBERVERMERK und den AGBs auf bilderbox.com](in an im auf aus als a
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Seit August 2010 leitet Birgit Gerstorfer – in Nachfolge von Dr. Roman Obrovski – das Arbeitsmarkt-service Oberösterreich (AMS OÖ). Im Auftrag des zuständigen Bundesministers und unter maßgeblicher Beteiligung der Sozialpartner trägt das AMS zur Verhütung und Beseitigung von Arbeitslosigkeit bei.

Der Sozialrechtsexperte Wolfgang Mazal sprach sich dafür aus, dass künftig Arbeitslose Tätigkeiten der Zivildiener übernehmen.
Birgit Gerstorfer: Arbeitslosigkeit ist meines Erachtens Arbeit, Arbeit im Sinne von Jobsuche. Das ist aufwändig und zeitintensiv. Ein großer Teil der Arbeitslosen findet rasch wieder Beschäftigung, die Arbeitssuche dauert durchschnittlich 75 Tage. Wenn sich im Laufe der Arbeitssuche herausstellt, dass es Defizite gibt, gilt es diese zu beseitigen, die Vermittlungsfähigkeit am Markt zu verbessern. Mazals Vorschlag ist sehr vereinfachend, er blendet aus, dass der administrative Aufwand enorm wäre.

Asylwerber ohne Asylstatus sind im Wesentlichen vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Ist das sinnvoll?
Persönlich meine ich, Asylwerber sollen arbeiten dürfen. Wenn nicht, verschwenden wir Potenzial. Aber ich bin AMS-Chefin, und als solche bin ich an Gesetze gebunden.

Wie kommentieren Sie die Sozialschmarotzer-Vorwürfe – arbeitsunwillige Menschen lebten auf Kosten des Sozialstaates?
Ich habe eine Grundannahme von allen Arbeitssuchenden: Wer zu uns kommt, will einen Job. So werden sie von uns auch behandelt.

Müssen Arbeitslosen-Projekte weiter um Unterstützung fürchten?
Die Reduzierung für heuer war eine sehr, sehr schwere Entscheidung, aber es ging nicht anders. Die Budgetmittel werden in den nächsten zwei, drei Jahren eher noch weniger. Ich schließe daher nicht aus, dass wir nochmals Beschäftigungsprojekte verkleinern müssen. Aber wir wollen auf die Strukturen schauen, diese erhalten für die Zeit, wo wieder mehr Mittel zur Verfügung stehen.

Im Mai 2011 öffnen sich die Schranken zum österreichischen Arbeitsmarkt für Bürger/innen aus acht osteuropäischen Ländern, z.B. Polen, Tschechien und der Slowakei. Die Bevölkerung fürchtet, dass viele kommen.
Menschen aus diesen Staaten, die Interesse haben, in Österrreich zu arbeiten, haben das auch schon bisher gekonnt, weil die Beschäftigungsbewilligung in der Regel kein Problem war. Wir waren in Ungarn und Tschechien und haben auf Jobbörsen aktiv Arbeitskräfte für Österreich angeworben. Aber der Erfolg war marginal. Wir erwarten für ganz Österreich maximal 20.000 zusätzliche Arbeitskräfte. Wir fürchten uns nicht.

Fürchten Sie sich vor irgendetwas?
Fürchten ist ein zu enger Ausdruck, aber ich sehe Herausforderungen. Mittelfristig ist das der Fachkräftemangel. Die Zahl der Lehrstellen-Suchenden wird deutlich kleiner. Wir müssen junge Menschen flächendeckend qualifizieren.

Welche Rolle kann das AMS dabei spielen?
Wir sollten möglichst viele, idealerweise alle, die ausbildungswillig sind, erfassen, motivieren, zu uns zu kommen und trachten, dass es für alle einen Weg zum Lehrabschluss gibt.

Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer streiten über die betriebliche Lehrstellenförderung (für die AK „ein Fass ohne Boden“). Die Arbeiterkammer will Basis- statt Schwerpunktförderungen. Wie steht dazu das AMS, das von den Sozialpartnern getragen wird?
Es gibt immer Interessenskonflikte und unterschiedliche Auffassungen, ob Maßnahmen Ausbildungsplätze fördern oder eher Mitnahme-Effekte sind (das heißt, ein Betrieb hätte auch ohne Förderung einen Lehrplatz geschaffen). Wichtig ist, dass ausreichend Geld zur Verfügung steht, um benachteiligte Jugendliche an eine Lehrausbildung heranzuführen. Dazu müssen die Unternehmen motiviert werden.
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