Einen ungewöhnlichen Ort hat sich Katharina Schmid aus Pfarrkirchen bei Bad Hall für ihr freiwilliges soziales Jahr ausgesucht. Sie lebt auf der Burg Altpernstein hoch über dem Kremstal. Die 19-Jährige macht ihren Dienst zwischen dunklem Verlies, Ritterrüstungen und guten Burggespenstern.
„Die sind hier ja alle so jung.“ Für Katharina Schmid war das vor sechs Jahren der stärkste Eindruck, als sie die Burg Altpernstein zum ersten Mal betrat und sah, wer hier oben den Laden schmeißt: Lauter Jugendliche bzw. junge Erwachsene, kaum eine und einer älter als 25. Seit diesem Erstkontakt der damals 13-jährigen Katharina hat sich am Grundkonzept des Begegnungszentrums der Katholischen Jugend (KJ) nichts geändert. Es geht vor allem darum, dass Jugendliche Platz für sich selber haben. Nur die Liebe von Katharina zur Jugendburg ist durch häufige Besuche von KJ-Veranstaltungen stets gewachsen. Für sie sind die mittelalterlichen Mauern zum Kraftort geworden. Umso schöner war für sie, als sie erfuhr, dass sie ihr freiwilliges soziales Jahr auf der Burg absolvieren kann. „Ich will mein Hobby zum Beruf machen“, sagt die ehrenamtliche Jugendleiterin.Letzten September ist Katharina Schmid in die Burg eingezogen. Sie lebt auf rund 15 m2, mit Hochbett und eigenem Burgkamin, der ständig versorgt werden will. Mit den beiden Zivildienern teilt sie sich Bad und WC. Insgesamt leben und arbeiten acht Jugendliche auf der Burg. Das Zusammenleben funktioniere problemlos, schwärmt Katharina: „Im Prinzip ist das ganze Team miteinander befreundet.“ So könne auch kein Lagerkoller aufkommen. Ihre Hauptaufgabe ist die inhaltliche Gestaltung und Betreuung der Burgveranstaltungen. Dazu gehört auch die Gestaltung der Gottesdienste. „Es ist eine frische Spiritualität, die wir auf der Burg leben“, meint Katharina Schmid. Manchmal komme es sogar vor, dass die jungen Burggäste sagen: „So einen schönen Gottesdienst haben wir noch nie gefeiert.“
„Hall of Fame“ der Burg. Den Touristen, die es auf die Burg zieht, gilt ein aktuelles Projekt der 19-Jährigen. Sie bastelt Schautafeln, mit denen die Burggeschichte erklärt wird: von dem dunklen Burgverlies über die Ritterrüstungen bis hin zu den Burggespenstern. Vor denen man im Übrigen keine Angst haben muss, wie Katharina schmunzelt: „Es leben ja nur gute Geister hier.“ Außerdem ist eine Bildergalerie „Hall of Fame“ im Entstehen. Verewigt wird, wer 15-mal bei einer Burgveranstaltung dabei war. Katharina ist nicht dabei. Noch nicht, denn: „Ich bin mir sicher, dass ich auch nach dem einen Jahr noch ganz oft wiederkomme.“
Zur Sache
Burgsanierung
Bei der Burg Altpernstein (Bild) läuft derzeit ein Sanierungsprogramm. Letzten Sommer wurde der Dachboden ge-dämmt, der Speisesaalboden abgeschliffen und neu eingelassen sowie zu Beginn des heurigen Jahres eine Abtrennung und damit Neugestaltung des Eingangsbereiches zum Speisesaal vorgenommen. Das Abwassersystem in der Burgküche wurde durch zusätzliche Abläufe effizienter gemacht, ein neuer Geschirrspüler und ein neuer Induktionsherd eingebaut, und damit die kaputten/altersschwachen Geräte ersetzt. Zudem wurden notwendige Ausbesserungsarbeiten, zum Beispiel im Stiegenhaus, durchgeführt. Heuer sind unter anderem Arbeiten an der stark renovie-rungsbedürftigen Außenfassade geplant.