Margit Hauft stand 13 Jahre an der Spitze der Katholischen Aktion in Oberösterreich
Ausgabe: 2011/43, Haupt, Katholische Aktion, Spitze, Gremien, KA
27.10.2011
- Matthäus Fellinger
Am 21. Oktober gab Margit Hauft ihre Abschiedspressekonferenz als Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) in Oberösterreich. Am 4. November wählt die Laienorganisation ein neues Präsidium.
Sie liebt beim Sprechen kräftige Bilder. Dafür ist Margit Hauft bekannt. „Durch die KA bekommt das, was die Kirche sagt, Hände und Füße“, meint sie etwa. 13 Jahre war sie Kopf der Organisation, mit dem Hände und Füße koordiniert wurden. Aber auch den Kopf verstand sie als Zusammenspiel eines ganzen Präsidiums, zusammen mit Genersalsekretär Bernhard Rudinger.
Vertrauen stärkt. „Es braucht Leute, die es schaffen, nicht aus Angst vor der Welt in die Religion zu fliehen, sondern die versuchen, die Gesellschaft aus ihrer Glaubensüberzeugung heraus mitzugestalten.“ Für Margit Hauft gehört das zum „Credo“ der Katholischen Aktion. Dass sie als Nachfolgerin des „großen Edi Ploier“ kein „weiblicher Ploier“ werden musste, sondern die Chance bekam, ihre eigene Handschrift in diesem Amt zu entwickeln, dafür ist sie dankbar. Vor allem nennt sie Bischof Maximilian Aichern, der ihr viel Vertrauen entgegengebracht und sie auch in andere Ämter berufen hat. So wurde Hauft auch Vorsitzende des Pastoralrates und auch der von Aichern begründeten diözesanen Frauenkommission, ebenso berief er sie in das Bischöfliche Konsistorium – seinen engsten Beraterkreis. Noch bis März nächsten Jahres ist Hauft Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. „Wer sich einsetzt, setzt sich aus“, ist eine der Erfahrungen, die Margit Hauft immer wieder machen musste. Dass sie von konservativen Internetforen als Vertreterin des „Linzer Weges“ immer wieder angefeindet wurde, ist eine dieser Erfahrungen. Aber der „Linzer Weg“ ist für sie keine „Extratour“, sondern der Weg des Gottesvolkes, immer auch auf dem Boden des Kirchenrechtes.
Die große Breite. Zusammen mit den diözesanen Gremien gehörte die Entwicklung der pastoralen Leitlinien für die Zukunft in der Diözese Linz zu den Schwerpunkten ihrer Amtszeit. Die Diözese setzt dabei auf lebendige Pfarrgemeinden, die erhalten bleiben sollen, damit die Kirche den Menschen nahe bleibt. Und in fast jeder oberösterreichischen Pfarre ist auch die Katholische Aktion vertreten. Eben diese Katholische Aktion steht – so Margit Hauft – für die große Breite in der Kirche – anders als etwa als neue Bewegungen, wie „Wir sind Kirche“ oder die „Laien-Initiative“, die thematisch auf Einzelthemen oder bestimmte Positionen festgelegt sind.
Der Schatz der Ehrenamtlichen. Als den großen Schatz der Katholischen Aktion bezeichnet Hauft das Prinzip der Ehrenamtlichkeit. „Ehrenamt verschafft ein Stück Unabhängigkeit“, meint sie, weiß aber auch um die Grenzen: „Ehrenamtliche können Hauptamtliche nicht einfach ersetzen. Sie sind nicht der Notnagel, wenn Priester fehlen.“ Neben dem innerkirchlichen gehört das gesellschaftspolitische Engagement zu den zentralen Anliegen Margit Haufts. Der Umgang mit Flüchtlingen gehört etwa dazu. Als Vorsitzende von „Land der Menschen“ hat sie sich immer wieder für einen menschenwürdigen Umgang mit Asylsuchenden ausgesprochen. Dazu gehörte auch der Einsatz für Frieden, etwa gegen die damalige Kriegseuphorie im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg.
Wahl am 4. November. Am Freitag, 4. November wählt die „KA-Konferenz – bestehend aus Vertreter/innen aller KA-Gliederungen, ein neues Präsidium. Gewählt werden neben derm/der Präsident/in und zwei Stellvertreter/innen. Fünf Personen haben sich für diese drei Ämter bereit erklärt, zu kandidieren. Namen wurden noch keine bekannt gegeben.
Margit Hauft
Margit Hauft arbeitete nach der Matura als Buchhalterin, wurde dann Religionslehrerin. Von 1983 bis 1992 leitete sie den „Treffpunkt der Frau“ in Wels, von 1992 bis 2002 war sie Diözesanvorsitzende der Katholischen Frauenbewegung. 1998 wurde sie Nachfolgerin von Eduard Ploier als Präsidentin der Katholischen Aktion, seit 1998 ist sie auch Vorsitzende der kfb in Österreich. Seit 2001 vertritt sie das Land Oberösterreich im ORF-Stiftungsrat. 2009 wurde sie von Bischof Ludwig Schwarz mit der Florianmedaille der Diözese Linz ausgezeichnet.