„Zusammen: Österreich“ – so heißt die aktuelle Kampagne des Staatssekretariats für Integration im Innenministerium. Sedina Dolic ist eine von mehr als hundert Integrationsbotschafter/innen, die bei dieser Aktion mitmacht. In Schulen will sie das Thema Migration und Integration in ein positives Licht rücken. Begeistert von der Idee dieser Kampagne, hat sich Sedina Dolic entschlossen, aktiv mitzumachen. Um jungen Leuten in den Schulen am Beispiel ihrer Geschichte aufzuzeigen, dass erfolgreiche Integration möglich ist; um klarzumachen, dass „Sprache besonders wichtig ist, damit Integration besser gelingen kann“; um aufmerksam zu machen, dass „Migranten/innen Werte haben, die für die Gesellschaft bereichernd sind“; um darauf hinzuweisen, dass wir im respektvollen Umgang miteinander „voneinander lernen können“. „Dieses Projekt setzt durch die Beschäftigung mit dem Thema besonders in Schulen ein gutes Zeichen für ein besseres Miteinander“, so Dolic.
Zweite Heimat. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer neun Monate alten Tochter ist Sedina Dolic 1989 als junge Maschinenbau-Studentin von Bosnien nach Österreich gekommen. „Wir wollten nur kurz bleiben. Doch durch den Krieg in Ex-Jugoslawien ist alles anders gekommen“, erzählt die 43-jährige Mutter von drei Kindern. Die ersten Jahre waren schwierig. „Immer wieder bin ich an meine Grenzen gestoßen – sprachlich und allein durch die Tatsache, dass man als Migrantin anders gesehen wird. Das hat mich schockiert.“ Deshalb hat sie die deutsche Sprache „so gut wie möglich gelernt.“ Nach diversen Tätigkeiten als Reinigungskraft und Näherin hat Sedina Dolic 2006 das Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Linz begonnen und inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Seit 2009 arbeitet sie bei der Caritas und leitet das Flüchtlingshaus Linz. Mittlerweile fühlt sich die gebürtige Bosnierin wohl in Österreich. „Es hat lange gedauert – sicher 15 Jahre. Doch jetzt ist Österreich meine zweite Heimat geworden.“