Da stieg viel Rauch auf, als vergangene Woche hunderte Frauen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ihre Schleier und Kopftücher verbrannten. Sie protestierten damit gegen das brutale Vorgehen der Regierungstruppen gegen Oppositionelle. Seit Februar demonstrieren die Menschen im Jemen gegen das Regime von Präsident Ali Abdullah Saleh. Sie gehen für Friede, Demokratie und Menschenrechte auf die Straße. Doch trotz Waffenstillstandsabkommen kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen den Truppen der Regierung und Regimegegnerinnen und -gegnern.
Mehr und mehr Frauen im Jemen zeigen öffentlich ihren Ärger und ihre Wut über die Gewalt im Land, über die zahlreichen Toten und Verletzten – darunter auch Frauen und Kinder. Jemenitinnen müssen in dem islamischen Land in Vorderasien nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Gesichter verdecken. Und obwohl sie auch bei der Verbrennung ihrer traditionellen Kleidungsstücke verschleiert blieben, zeugt diese Aktion von Mut.
Als Vorbild der Beherzten und Unerschrockenen gilt sicher die Bürgerrechtlerin Tawakkul Karman. Sie ist eine von vielen starken Frauen, die sich für den Frieden und für die Rechte von Frauen im Jemen einsetzt. Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin ist übrigens eine der drei Friedensnobelpreisträgerinnen 2011. Ihr gebührt dieser Preis – stellvertretend für alle Frauen weltweit, die sich trotz großer Gefahren nicht unterkriegen lassen und sich für eine bessere Welt friedlich einsetzen.