„Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise ...“ William „Captain Kirk“ Shatner ist wieder da. Diesmal mit einem Coveralbum prall gefüllt mit Songs aus dem Orbit. Vielleicht ist es der Versuch des mittlerweile 80-jährigen „Captains“, den ultimativen Soundtrack zu „Star Trek“ nachzureichen. Nachdem Ben Folds 2004 Herrn Shatner mit „Has Been“ zu einer Höchstleistung getrieben hat, waren auch die Erwartungen bei „Seeking Major Tom“ schier galaktisch. Trotz eines riesigen Staraufgebots an Gastmusikern (Sheryl Crow, Ritchie Blackmore, Lyle Lovett, Steve Miller, Peter Frampton ...), hinterlässt die Abwesenheit von Ben Folds ein schwarzes Loch, das nicht zu stopfen ist. Peter Schillings „Major Tom“ und David Bowies „Space Oddity“ werden noch ganz anständig ins Trockene gebracht und U2s „In A Little While“ erfährt seine Rettung durch Lyle Lovett. Danach beginnt es weh zu tun: musikalische Einfallslosigkeit reiht sich Stück für Stück aneinander und Shatners Sprechgesang wirkt manchmal so deplaziert, dass man sich ein lautes Lachen nicht verkneifen kann. Das sanft verhuschte „Rocket Man“ ist dann noch eine Sternschnuppe am Horizont, ehe Shatner die letzten Schutzschilde herunterfährt, aus allen Rohren feuert und Queens „Bohemian Rhapsody“ vollständig dem Erdboden gleichmacht. Wenn auf der zweiten CD entspannte Saxophon- und Klavierklänge zu „Lost In The Stars“ ertönen und die Eigenkomposition „Struggle“ erklingt, keimt noch einmal Hoffnung auf. Doch Rettung bleibt aus: mit der lachhaften Countrynummer „Mr. Spaceman“ und dem Heavy-Metal-lastigen „Iron Man“ wird Shatner endgültig von bösen, bösen Plasmastürmen verschluckt und das Universum bleibt seinem Schicksal überlassen.
- William Shatner, Seeking Major Tom, erschienen bei Cleopatra Records.