Sonntag in der Kirche, wir stellen uns um den Altar zur Kommunion an. Andächtige Blicke, stille Gebete und dann das laute NEEIINN meines Sohnes, das durch den ganzen Raum dringt. Er bitzelt drauf los, mein Dreijähriger, ohne für mich ersichtlichen Grund. Ein paar quälend lange Sekunden sind alle Augen auf uns gerichtet. Und wieder einmal hat sich bei so einer Gelegenheit kein rettendes Loch aufgetan. Mit zwei Kindern in die Messe zu gehen, kann spannend werden, um es einmal so zu sagen. Sogar die Tochter erkannte schon mit einem Jahr, dass die Eltern erpressbar sind, wenn es ruhig sein soll. Die Folge: in die Messe gehen wir nur mit Leckerlis in der Tasche. Für den kleinen Biskotten-Hunger zwischendurch. Man muss aber auch sagen, dass die meisten Leute in der Kirche gegenüber Kindern tolerant sind und die restlichen ihre Verwünschungen zumindest nicht laut äußern. Viel strenger gegenüber Mitmenschen und Eltern sind wie so oft die eigenen Kinder: wenn ich in der Kirche nicht ordentlich singe, gibt’s vom Sohn eine Ermahnung. Zu Hause spielt er im Übrigen gerne die Messe nach. Natürlich ist da er der Pfarrer und natürlich singt er mit einer Inbrunst und einem andächtigen Blick, dass mir der Verdacht kommt, wenn er wollte, hätte er auch in der Kirche schon brav sein können. ǃ