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Das Gute tun, stärkt auch den Betrieb

Unternehmen sollen gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen: Menschen mit Behinderungen einstellen, ältere Arbeitnehmer/innen nicht aus den Betrieb drängen und einer Väterkarenz nichts in den Weg legen. Das sind für Gerhard Greiner, Vorsitzender von „Christ und Wirtschaft“, einige wichtige Unternehmens-Werte.
Ausgabe: 2012/02, Betrieb, Mitarbeiter, Ethik, Greiner, Christ, Wirtschaft, Krise, Kompetenz, Arbeitsbedingungen,
23.01.2012
- Ernst Gansinger
© Theissen
„Die Wirtschaft soll mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen!“ – Mit dieser Aussage meldete sich Mag. Martina Pelz-Burger, Leiterin des Jona-Personalservice, vor Weihnachten zu Wort. – Das Jona-Personalservice ist ein Betrieb der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung. Dem Stiftungs-Kuratorium gehört auch Gerhard Greiner an. So hat Greiner eine dreifache Zuständigkeit, den Ball von Pelz-Burger aufzufangen: Als langjähriger Manager und Unternehmer (seit 2010 in Pension), als in einer Brückenfunktion zur Wirtschaft kirchlich Engagierter und als Jona verbundener Mitdenker in der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung. Das wertvollste Kapital. Pelz-Burger bedauert, dass „menschliche Werte oft auf der Strecke bleiben, Fairness und Wertschätzung etwa, Werte, denen sich Jona verpflichtet fühle. Jona betreut in der Personalbereitstellung (Leasing) Frauen und Männer, die aufgrund ihrer Ausbildung, ihres Alters, ihrer Herkunft sowie körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung schwer Arbeit finden. Ziel der Personalüberlassung ist eine langfristige Integration. Greiner meint, soziale Verantwortung wäre einfach zu leben: „Wenn man das Wort ‚Mitarbeiter/in‘ ernst nimmt. Das bedeutet, ein Chef zu sein, der nicht alles wissen muss, der delegieren, Verantwortung übertragen und auch Fehler zulassen kann.“ Wenn ein Vorgesetzter bei der Weihnachts­feier davon rede, dass die Mitarbeiter/innen das wertvollste Kapital sind, ihm aber, sobald es schwierig wird, gleich die Kündigung einfällt, lebt er nicht, was er sagt. Treue in der Krise. „Wie schnell trennt sich manches Unternehmen von Personal!“, sagt Greiner nachdenklich. Manche Firmen benutzen die Krise, um Personal abzubauen. Es gebe aber auch viele, die sich vorbildlich verhalten. Greiner erzäht zum Beispiel von einem kleinen Betrieb, in dem der Chef vor zwei Jahren zu den Mitarbeiter/innen gesagt hat, man müsse jetzt kürzertreten, aber er werde niemanden kündigen, denn sie alle haben mitgeholfen, den Betrieb aufzubauen. Und heute steht der Betrieb wieder gut da. Diese Verlässlichkeit, dieses Zur-Belegschaft- Stehen, den Wert der Erfahrung schätzen, lohne sich also auch für einen Betrieb. Angepasste Arbeitsbedingungen schaffen. Das gelte besonders auch im Umgang mit älteren Arbeitnehmer/innen: Sich von ihnen zu trennen, weil sie in die nächste Abfertigungsstufe kommen oder mit zunehmendem Alter teurer werden, sei sehr kurzsichtig. Es komme leider immer wieder vor. „Es ist verrückt, Knowhow wegzugeben, wenn jemand vielleicht zeitlich nicht mehr so belastbar ist“, sagt Gerhard Greiner. Der verantwortungsvolle Betrieb sollte Arbeitsbedingungen schaffen, die auf ältere Beschäftigte Rücksicht nehmen. Und er stellt auch Menschen jenseits der 50er-Jahre ein. Jungen Mitarbeiter/innen gegenüber gelte es ebenfalls, Verantwortung zu übernehmen. Etwa bei der Väterkarenz, die nun in Österreich Schritt für Schritt mehr angenommen wird. Doch gebe es Betriebe, die damit schlecht umgehen. Greiner erzählt von einem renommierten Unternehmen, bei dem ein junger Mann, der den Gedanken an Väterkarenz ausspricht, „abgeschossen ist“. Hier gesellschaftliche Verantwortung nicht zu übernehmen, bedeute, Nutzen für den Betrieb nicht auszuschöpfen, sieht Greiner Rückwirkungen: Wenn es im privaten Bereich stimmt, profitiere auch das Unternehmen. Männer in Väterkarenz erwerben Verständnis für die Familienarbeit und schätzen sie, was auch der Partnerschaft gut tut. Sichere Partnerschaften aber strahlen positiv in die Arbeitswelt hinein. Gestärkte soziale Kompetenz. Ähnliches gelte auch für die Beschäftigung von Menschen mit Beeeinträchtigungen, wofür es ja positive Beispiele gibt. Manche davon wurden in der KirchenZeitung schon vorgestellt – Winkler Markt, bellaflora in Regau, Holzofen-Bäckerei Gragger, die Caritas-Spar-Märkte in St. Florian und Alberndorf ... Einen Menschen mit einer Beeinträchtigung im Betrieb aufzunehmen, bedeute schon auch mehr Aufwand, aber unterm Strich profitiere der Betrieb, weil die Beschäftigten miteinander ihre soziale Kompetenz stärken.
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