„Ich bin zuversichtlich, dass der Großteil der Kinder in einer guten Umgebung heranwächst. Aber die Belastungen in den Familien nehmen zu.“ – Das Diakonie Zentrum Spattstraße bietet hier Hilfestellungen an.
Im Gespräch mit der KirchenZeitung weist die neue Geschäftsführerin der Spattstraße, Mag. Andrea Boxhofer, auf das breit gefächerte Angebot ihrer Einrichtung hin. Dazu gehören das Sonderkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie, verschiedene Wohngruppen für Mädchen und Burschen in schwierigen Situationen, sozialpädagogische Einzel- und Familienbegleitung, Familienberatung, logopädische und ergotherapeutische Behandlungen, integrative und heilpädagogische Maßnahmen sowie die Schulassistenz.
Belastende Erfahrungen wirken fort. Gemeinsam mit Mag. Heinz Wieser leitet Boxhofer seit Anfang dieses Jahres das Zentrum Spattstraße, nachdem Gottfried Fux, der bisherige Geschäftsführer, nach 41 Jahren „Spatti“-Tätigkeit in Pension gegangen ist. Was sind die kommenden Herausforderungen? – „Es geht darum, trotz Einsparungen im Sozialbereich die Finanzierung der Angebote sicherzustellen und dazu auch noch passende Antworten auf sozial- und gesellschaftspolitsche Herausforderungen zu finden“, sagt Boxhofer. Es brauche zum Beispiel mehr flächendeckende Hilfen bei Ess-Störungen und bei der Unterstützung junger Mütter, die selbst eine sehr belastende Kindheit und Jugendzeit durchgemacht haben.
Schulassistenz. Zwei Drittel der in Oberösterreich geleisteten Schulassistenz stellt die Spattstraße bereit. 345 Assistentinnen und Assistenten kommen in ganz Oberösterreich in Klassen, in denen ein oder mehrere Schüler/innen mit besonderen Bedürfnissen sind. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, Verhaltensauffälligkeit, Autismus, Lernbehinderung, Hör- und Sehbehinderung, Mehrfachbehinderung erhalten Hilfe zur Selbsthilfe – in einem Rahmen, in dem für das betreute Kind lernen möglich ist. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrer/innen und Mitschüler/innen wichtig.
Die große Schwester begleitet. In der Wohngruppe Kaya, in der alle sieben Plätze vergeben sind, werden Mädchen ab zwölf Jahren und junge Frauen mit Ess-Störungen für eineinhalb bis zwei Jahren nach Klinikaufenthalten begleitet. Kaya ist ein indianisches Wort und bedeutet „große Schwester“, denn bei Kaya hat jede Mitbewohnerin eine eigene Ansprechperson. Die Vorsorge gegen Ess-Störungen, so gibt Andrea Boxhofer zu bedenken, fängt schon bei den ganz Kleinen an: dass sie zum Beispiel nicht zum Essen gezwungen werden oder im Kindergarten nicht jausnen müssen, weil gerade Pause ist, auch wenn die Kinder gerade erst von daheim vom Frühstück gekommen sind.
Das „Zentrum Spattstraße“ der Diakonie nimmt sich um Kinder und Familien mit Belastungen und Beeinträchtigungen an. Beispiele:
- Wàki ist ein Zufluchtsort für Jugendliche. Er ist rund um die Uhr erreichbar: Tel. 0732/60 93 48. - Kaya heißt die Wohngruppe für Mädchen und junge Frauen mit Ess-Störungen. - Familien- und Erziehungsberatung, mobile heilpädagogische Frühförderung und Familienbegleitung, frühe Kommunikationsförderung für nicht sprechende Kinder ...
-Diakonie Zentrum Spattstraße, Mag. Andrea Boxhofer, Willingerstraße 21, 4030 Linz, Tel. 0732/34 92 71-43; E-Mail: boxhofer@spattstrasse.at, www.spattstrasse.at