Ryan Adams: die Grausamkeit, die Sehnsucht und der Trost
Ryan Adams hat nach vier Jahrne Pause eine neue CD herausgebracht, die sich um die Liebe und die Vergänglichkeit dreht. Eine CD-Kritik von Klaus Rauscher
Ausgabe: 2012/05, CD, Adams, Grausamkeit, Sehnsucht, Trost, CD, Musik
06.02.2012
- Klaus Rauscher
Die Welt hat ihn wieder. Nach einem Umzug von New York nach Kalifornien und der Bekämpfung der eigenen Dämonen hat Ryan Adams nach vierjähriger Abstinenz nun endlich wieder ein musikalisches Lebenszeichen von sich gegeben. Ohne die Cardinals schleicht sich das neue Album „Ashes & Fire” still und leise an und bleibt es auch. Es ist die Liebe und deren Vergänglichkeit, um die sich Adams einmal mehr annimmt. Und es ist der Trost, die Hoffnung, die Romantik, die Sehnsucht und die Grausamkeit, mit denen wir uns beim Hören der neuen Songs zudecken dürfen. „Last time I was here you were waiting / You’re not waiting anymore”, hadert Adams gleich im Opener „Dirty Rain”. Gemeinsam mit Norah Jones wird dann zur Pedal Steel „Come Home” gesäuselt – die Romantik am offenen Kamin zum Greifen nah. Kurz darauf der schmerzhafte Verlust, der in „Do I Wait” besungen wird, ehe die „Chains Of Love” die Liebe zurückbringen und „Invisible Riverside” sowie „Save Me” zu kleinen Befreiungsschlägen gedeihen. Mein ganz persönlicher Rettungsanker wurde schließlich letzten Freitag gesetzt, als die Kellnerin vom Café Stern vorüberhuschte und mir das hoffnungslos verkitschte „I Love You But I Don’t Know What To Say” durch den Kopf schoss. Und in mir war’s plötzlich ein bisschen Frühling dank der Kellnerin ohne Namen, dank Ryan Adams.
- Ryan Adams – Ashes & Fire (erschienen bei Sony).