Wenn die Arbeit nur noch frustriert, ist es höchste Zeit, zu kündigen. Gerade dann bleiben viele junge Menschen aber aus Sicherheitsdenken lieber im alten Job. Wie man Veränderung dennoch wagen kann, ist ein Thema des Projekts „MachMut“.
„Mach doch, was du wirklich, wirklich willst.“ Mit dieser Aufforderung startete das Bildungsprojekt „MachMut“ im vergangenen Herbst. Angesprochen werden damit vorwiegend junge Arbeitnehmer/innen, aber auch Leute, die noch nicht im Berufsleben stehen. „Damit die Arbeitssuche gelingt, ist es ganz wichtig, dass man weiß, was man hundertprozentig machen will, und da keine Kompromisse eingeht“, sagt Michaela Pröstler-Zopf. Die Bildungsreferentin von mensch & arbeit begleitet mit ihrem Team die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren beim Aufspüren der ganz persönlichen Talente, Bedürfnisse und Jobträume. „Viele wollen sich verändern, scheitern aber an den Zwängen aus ihrem Umfeld, das oftmals überhaupt kein Verständnis für diesen Wunsch zeigt“, erzählt Pröstler-Zopf: „Es hilft da sehr, sich in einer solchen Situation abseits vom ursprünglichen Freundeskreis einen neuen Unterstützerkreis aufzubauen.“
Ansteckende Beispiele. Der erste Schritt bei „MachMut“ ist deshalb die Suche nach Vorbildern. Die jungen Erwachsenen sollen Leute finden, die ihr Leben selbst in die Hand genommen haben. Entstanden sind aus diesem Ansatz bereits einige sehenswerte Videos, in denen diese Vorbilder ihre Geschichten erzählen. Da berichtet etwa ein junger Mann, wie er seine Schwäche Legasthenie in eine Stärke ummünzen konnte. Oder eine Kellnerin verrät, wie sie den Umstieg in den Sozialbereich geschafft hat. Keine Superhelden sind das, die aus anderen Welt kommen, sondern Menschen, die einfach Mut für Neues bewiesen. „Der erste und zweite Schritt sind bei Veränderungen die schwierigsten. Es ist das größte Wunder, wenn sich das wer traut“, betont Michaela Pröstler-Zopf. Selbstvertrauen bringt den Teilnehmer/innen zudem die Vernetzung. Pröstler-Zopf: „Jeder kennt wieder wen anderen. So können die jungen Erwachsenen sich gegenseitig helfen und Kontakte für die Berufswahl aufbauen.“ Abgeschlossen werden soll die erste Phase des Projekts mit einem Fest im Juni. Neben Ausstellungen mit Videos des Projekts ist auch ein Buch mit Mutmachgeschichten geplant.