FPÖ Chef Strache sollte ausgezeichnet werden. Das nimmt anderen Ehrenzeichen schlicht den goldenen Glanz.
Ausgabe: 2012/06, Ausgezeichnet, Politik, Strache, Ehrung, Auszeichnung
08.02.2012
Ausgezeichnet sagen wir, wenn wir etwas gut finden. Ausgezeichnet wird mit Preisen, Medaillen und anderen Ehrungen. Sie werfen ein positives Licht auf die Gebenden und auf die, die sie erhalten. Sie sind ein Zeichen der Anerkennung für das, was die Ausgezeichneten geleistet haben. Das offizielle Österreich zeichnet gerne aus. Ich frage mich nur manchmal, wofür. Der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache hat die Stimmung gegen den Burschenschafter-Ball in Wien mit der Reichspogromnacht 1938 verglichen. Er hat Ballbesucher/innen, die beschimpft wurden, mit Angehörigen der jüdischen Bevölkerung gleichgesetzt, die gehetzt und getötet wurden. Freiheitliche seien die neuen Juden, sagt er. Herr Strache hätte das „Große Goldene Ehrenzeichen“ erhalten sollen. Nun will es ihm Bundespräsident Heinz Fischer nicht verleihen. Ich bin, diplomatisch gesagt, irritiert. Die erschütternden Vergleiche sind das eine. Das andere ist die Ehrung. Ein Politiker, dessen Äußerungen mir bisher weder als gewinnbringend für den Staat noch als förderlich für ein Zusammenleben von Bevölkerungsgruppen aufgefallen ist, sollte ausgezeichnet werden? Das ist nicht nur die zweite Seite einer Medaille. Das nimmt anderen Ehrenzeichen schlicht den goldenen Glanz.