„Ich will alles und das sofort!“ – „Das Leben ist ein Wunschkonzert!“ – „Fernseher kaputt? Ein neuer muss her!“ – Sprüche aus der Werbung, wie man sie kennt und ich sie unerträglich finde. Diese locker-leichte Wegwerf- und Kaufrauschgesellschaft, die einem hier vorgegaukelt wird, macht mir Angst. Und dabei können sich viele Leute diesen ständigen Konsumzwang gar nicht leisten. Sie würden aber gerne „dabei sein“, besonders die Jungen. Mit dem neuesten Handy, der aktuellsten Spielkonsole oder teurer Markenbekleidung wächst das Selbstbewusstsein und der Status in der Gruppe, aber oft auch das Minus am Konto. Daran, dass viele Produkte nur deshalb so „günstig“ in unseren Regalen liegen, weil sie in fernen Ländern unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert werden, denken nur wenige. Tut mir leid, ich bin anders erzogen worden. Das ist kein sentimentaler „Damals war alles besser“-Blick. Aber was war schlecht daran, kaputte Dinge wieder zu reparieren, Schuhsohlen zu doppeln und Getränke in Mehrwegflaschen zu kaufen? Erleidet man wirklich seelischen Schaden, wenn die Schiausrüstung aus dem Vorjahr stammt? Gibt es nicht wichtigere Dinge als einen Flachbildschirm, der das halbe Wohnzimmer einnimmt?