Wie viel wird die öffentliche Hand bei den Pfarren sparen?
Die Liste der kirchlichen Projekte, die von der öffentlichen Hand Subventionen erhalten, ist lang, die Sorgen über das Sparpaket entsprechend groß. Landeshauptmann Pühringer beruhigt: Es wird Kürzungen geben, es soll aber nichts kaputt gespart werden.
Orgelkomitees sind lediglich ein kleiner Ausschnitt des Pfarrlebens, aber ein bewundernswerter. Viel Energie ist nötig, bis ein neues Instrument erklingen kann. Die Kosten einer Orgel stellen für jede Pfarre eine finanzielle Herausforderung dar, die ohne öffentliche Mittel kaum – oder gar nicht zu stemmen wäre. „Ohne Subvention des Landes wäre unsere Orgel nicht möglich gewesen“, sagt der Garstener Pfarrassistent Stefan Grandy. Zurzeit errichtet die Pfarre Ebensee ein neues Instrument. Der Orgelbauverein erfährt große Unterstützung in der Bevölkerung, freut sich Pastoralassistent Josef Sengschmid, aber auch hier ist der Beitrag des Landes unverzichtbar. Die Voraussetzungen für Förderungen von Orgeln sind recht unterschiedlich, im allerbesten Fall können bis zu einem Drittel von öffentlichen Stellen kommen, sagt Orgelreferent Siegfried Adlberger.
Lesen und mehr. Auch die 120 pfarrlichen und die 80 Bibliotheken, die die Pfarren in Partnerschaft mit Gemeinden führen, sind auf öffentliche Gelder angewiesen. Die Arbeit in den Bibliotheken geschieht ohnehin ehrenamtlich, aber um eine Bibliothek aktuell halten zu können, braucht es Geld. Ein Jahresbudget für eine Pfarrbibliothek von etwa 10.000 Euro aufzustellen, ist eine große Herausforderung für eine ehrenamtliche Bibliotheksleiterin, erklärt Maria Fellinger-Hauer von der Bibliotheksfachstelle der Diözese. Kürzungen der öffentlichen Subventionen würden an die Substanz gehen, zumal ohnehin seit 15 Jahren keine Anpassung erfolgt ist. Das wäre kein gutes Signal gegenüber Ehrenamtlichen.
Kürzungen kommen. Da viele Details des Sparpakets noch offen sind, kann Landeshauptmann Josef Pühringer zu keinen Einzelfragen wie Orgel- oder Bibliothekswesen – um nur zwei Beispiele zu nennen – Stellung nehmen. Er hält aber generell fest: „Da Oberösterreich bereits Reformen im Spitals- und Verwaltungsbereich durchgeführt hat, hilft uns das im Förderbereich sehr. Es wird zu Einschnitten kommen, aber nur zu bescheidenen.“ Die Unterstützung im Kirchenbereich wird sicher nicht abgeschafft. Auf eine Kürzung von Subventionen vermutlich zwischen zwei und zehn Prozent muss man sich einstellen, so der Landeshauptmann: „Wir werden nichts kaputt sparen und auch den Einsatz von Ehrenamtlichen weiter unterstützen und sie nicht frustrieren.“