„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es pure Arbeit ist“, sagt Opernballorganisatorin Desirée Treichl-Stürgkh zum Job der Billeteure. Aufschlussreich was eine Vertreterin der oberen Zehntausend über den „kleinen Mann und die kleine Frau“ denkt und wie weit sie von der (Arbeits-)Realität entfernt ist.
Gerade eine Glitzerwelt wie die des Opernballes hat ihre Abgründe. So hat eine Diskussion um die miesen Arbeitsbedingungen der Billeteure das Image der Ballorganisatorin Desirée Treichl-Stürgkh angekratzt. Vom ORF auf das 14-Stunden-Nonstop-Hackeln der Billeteure am Opernball angesprochen, hatte diese gemeint: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es pure Arbeit ist.“ Obendrein sei es ja eine Tätigkeit für eine gute Sache, rechtfertigte sie die 7,50 Euro Stundenlohn. Immerhin ruderte die Opernball-Lady nach heftigen Protesten zurück und entschuldigte sich nach fast einwöchiger „Bedenkzeit“. Aufschlussreich ist dennoch, was eine Vertreterin der oberen Zehntausend über den „kleinen Mann und die kleine Frau“ denkt und wie weit sie von der (Arbeits-)Realität entfernt ist. Der Opernball bringe verdammt viel Geld, nämlich 1,1 Mio Euro, meinte Treichl-Stürgkh übrigens jüngst in einem Interview. Das sei im weitesten Sinne auch eine Entlastung für den Steuerzahler. Kein Wunder ist, dass sie damit übersieht, dass mit einer ordentlichen Vermögenssteuer die „Entlastung“ des gewöhnlichen Steuerzahlers weitaus höher wäre. Gerade unter den Opernballbesuchern wäre einiges zu holen. Eine Loge für den nächsten Opernball würde sich für sie dennoch ausgehen.