Ob man Eltern, deren Kinder der Schulpflicht nicht nachkommen, mit höheren Strafen belegen soll, darüber kann man streiten. Dass man die Frage überhaupt diskutiert und nicht einfach darüber hinweggeht, wie das offensichtlich häufig geschieht, dafür ist dem jungen Staatssekretär Sebastian Kurz zu danken – auch wenn sein Vorschlag wenig ausgereift ist. Denn was Schüler/innen und deren Eltern in schwierigen Familienkonstellationen wirklich brauchen, ist Beratung und Unterstützung – und ein Schulsystem, das wirklich willens und auch in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass kein Kind verloren geht. Das muss endlich in alle Köpfe hineingehen.
Hans Baumgartner
Die Wut des afghanischen Volkes
Ein Unfall sei es gewesen, ein Versehen: US-Soldaten haben im Militärstützpunkt im afghanischen Bagram einige Exemplare des Korans auf den Müll geworfen und in Rauch aufgehen lassen. Die Reaktion der afghanischen Bevölkerung darauf sind Wut, Hass und Schrei nach Vergeltung. Obama hat sich dafür entschuldigt. Doch die Demonstrationen setzen sich fort; bisher gab es mehr als 30 Tote. Und der „Volkszorn“ tobt weiter. Schon die Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung hatten gezeigt: Religion hat in islamischen Ländern einen besonders hohen Stellenwert. Zu den westlichen Soldaten in Afghanistan ist das offenbar nicht durchgedrungen. Den Propheten ins Lächerliche zu ziehen oder den als heilig geltenden Koran zu verbrennen gilt als Schändung und ist respektlos. Aber es ist absolut keine Entschuldigung für die verübten Gewaltakte. Susanne Huber