Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich als Kind mit meinem Vornamen immer wieder mal ziemlich unglücklich war. Ich hielt „Dietmar“ nämlich für einen sehr schönen Kindernamen, konnte mir aber nicht vorstellen, dass er zu mir auch als Erwachsener passen würde. Mittlerweile bin ich froh, einen nicht so häufigen Vornamen zu tragen. Mein Namensgeber ist Thietmar von Minden, wo er als Bischof von 1185 bis 1206 wirkte. Die Legende erzählt, dass er an einem Karfreitag bei Wasser und Brot fasten wollte, obwohl er körperlich geschwächt war. Das Wasser, das sein Diener aus dem Brunnen geschöpft hatte, war jedoch zu Wein geworden. Thietmar verlangte abermals nach Wasser. Als er immer und immer wieder Wein vorgesetzt bekam, begann er, dem Diener zu misstrauen. Schließlich begleitete er ihn zum Brunnen. Als Thietmar bemerkte, wie sich das Wasser in Wein verwandelt hatte, dankte er Gott dafür, dass – obwohl Karfreitag – dieser ihn mit diesem wunderbaren Getränk gestärkt habe.