Die algerische Diözese Laghouat hat dreieinhalb Millionen Einwohnern. Nur einhundert sind Christen. Ihnen bleibt nur noch Jesus, das Leben in demütiger Treue zum Evangelium und im Respekt vor den Muslimen, meint ihr Bischof Paul Rault.
Die Geschichte klingt unglaublich. Die algerische Diözese Laghouat umfasst zwei Millionen Quadratkilometer, das ist 25 Mal so groß wie Österreich. Von den dreieinhalb Millionen Einwohnern, die im Diözesangebiet leben, sind gezählte einhundert (!!) Christen. Da im streng islamischen Algerien Missionierung und Konversionen bei Strafe verboten und die allermeisten Christen Ordensleute sind, gibt es keine Taufen, keinen Erstkommunionunterricht, kein Priesterseminar. Aber einen Bischof gibt es, der Jahr für Jahr die Statistik-Formulare an den Vatikan leer zurückschicken muss: Paul Rault. In dem Buch „Die Wüste ist meine Kathedrale“ erzählt er von seinem Leben in der Sahara. Die Umstände seines Wirkens klingen für einen volkskirchlich sozialisierten Europäer kurios, was er aber über die Art und Weise schreibt, wie die kleine Schar ihren Glauben lebt, ist einfach beeindruckend. Da der Kirche in Algerien Schritt für Schritt alle Macht genommen wurde, bleibt den Christen nur noch Jesus, das Leben in demütiger Treue zum Evangelium und im Respekt vor den Muslimen, meint Bischof Rault: „Obwohl unsere Hände leer sind, ist das Leben reich.“ Ich habe schon lange nicht mehr ein spirituell so verstörendes und gleichzeitig anregendes Buch gelesen.