Offen und ehrlich soll die Kirche in der Diözese Linz erlebt werden. Der Pastoralrat will die Kirche im Geist des Konzils gestalten – und lädt dazu besonders die Pfarrgemeinderäte ein.
Die Vorbereitung auf die Pfarrgemeinderats-Wahlen vom 18. März sind in Oberösterreichs Pfarren überwiegend positiv gelaufen.Die Bereitschaft, sich als Kandidat/innen zur Verfügung zu stellen oder in anderen Aufgaben mitzuarbeiten, hat nicht nachgelassen. Dies konnte Hans Putz, der Wahlorganisator, den Delegierten des Pastoralrates berichten. Am 2. und 3. März hielt dieser im Bildungshaus Puchberg seine Frühjahrs-Vollversammlung. Diese war weit mehr von einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft als von einer Krisenstimmung geprägt. Die Pfarrgemeinderäte – so betonten die Delegierten – würden die Gestalt der Kirche entscheidend prägen – „nahe bei den Menschen und wirksam in der Gesellschaft“. Im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils gelte es, sich für eine „weite Kirche“ einzusetzen.
Mentalität der Gelassenheit. Auch wenn die Kirche vor vielen Veränderungen steht und man sich von manchem verabschieden würde, was in einem Milieu der Volkskirche bisher als selbstverständlich galt, so dürfe man doch in einer Mentalität der Gelassenheit dieser Entwickung entgegengehen. So drückte es der Theologe Ansgar Kreutzer, der vor den Delegierten den „Geist des Konzils“ in Erinnerung rief, aus. Gott findet seine Wege zum Menschen auch neben der Kirche, rief er einen der Konzils-Erkenntnisse in Erinnerung, denn: „Gott will, dass alle Menschen selig werden.“ Für die Kirche der Zukunft brauche es sowohl Erneuerungs-Bereitschaft im Inneren als auch eine Öffnung nach außen – und, so Bischof Ludwig Schwarz, sie müsse auch missionarisch bleiben.
Kirche stärkt Solidarität. Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Konzilsbeginns am 11. Oktober 1962 will die Diözese Linz drei Jahre lang – so lange dauerte das Konzil – die „Zeichen der Zeit“ neu ausloten. Laut Ansgar Kreutzer kann die Kirche Menschen bei ihrer Sinnsuche unterstützen, das wäre verbunden mit einer gewissen Selbst-Relativierung der Kirche als Institution. Zugleich gelte es, einem überzogenen Individualismus etwas entgegenzusetzen, in welchem jeder seines Glückes Schmied zu sein hat und bei dem Menschen auch noch die Schuld dafür zugeschoben wird, wenn sie unter die Räder geraten. Solidarität zu stärken sei eine wesentliche Aufgabe der Kirche. Ein neuer Aufbruch in der Kirche sei möglich, sind viele Pastoralrats-Mitglieder überzeugt. Es gelte, die Freude in den Vordergrund zu rücken, aber auch die Aufmerksamkeit für die Nöte der Menschen. Nötig sei ebenso eine ehrliche Auseinandersetzung mit den vorhandenen Problemen.