Das ist der Unterschied: Politik wird „oben“ gemacht. Kirche ereignet sich unten. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger
Ausgabe: 2012/10, Leitartikel, Fellinger, Politik, Erfolg, Kirche, Glaube, Hoffungsträger
07.03.2012
- Matthäus Fellinger
Man gibt ihnen ein Feld, auf dem sie sich bewähren können – und achtet darauf, dass sie sich nicht zu früh die Finger verbrennen. In der Politik werden sie die Hoffnungsträger/innen genannt. Der Erfolg für die Zukunft liegt bei ihnen. Wer in der Kirche nach Hoffnungsträger/innen Ausschau hält, sollte diese nicht zu weit oben suchen. Die Hoffnung hat Gott in viele Hände gelegt. Jede und jeder Getaufte ist Hoffnungsträger/in in der Kirche. Die Hoffnung ist eines der drei wertvollsten Güter, um die es in der Kirche geht. Glaube, Hoffnung, Liebe. So sagt es Paulus. Diese drei sind zu kostbar, um sie ausschließlich dem Geschick der „Oberen“ anzuvertrauen, wie man in der Politik die Geschicke eines Landes oder einer Partei den Oberen überlässt. So gilt auch die Hauptaufmerksamkeit in der Kirche – man könnte auch sagen: der Gehorsam – in erster Linie dem „Nächsten“. Gottes- und Nächstenliebe hat Jesus an die erste Stelle gesetzt. Das ist der Unterschied: Politik wird „oben“ gemacht. Kirche ereignet sich unten. Nächste Woche ist Pfarrgemeinderatswahl. Da geht es um Menschen, die bereit sind, ganz ausdrücklich Hoffnungsträger/innen zu sein.