Stift Kremsmünster: statt Internat Investitionen in die Schule
Zwischen Bekanntwerden von Missbrauchsfällen von Zöglingen und Schließung des Internats besteht kein Zusammenhang, betont Stiftssprecher Pater Bernhard Eckerstorfer.
Die Meldung, dass das Stift Kremsmünster sein Internat schließen wird, ging in der Vorwoche wie ein Lauffeuer durch alle Medien. Dabei war sofort der Missbrauch von Zöglingen Thema, an dessen Aufarbeitung die Ordensgemeinschaft weiterhin offen und kompetent arbeitet. In nicht wenigen Artikeln wurde ein Zusammenhang zwischen Missbrauch und Schließung hergestellt. Was nicht stimmt, wie P. Bernhard Eckerstorfer, der Sprecher des Stiftes, betont: „Das zeigt sich schon daran, dass es nach Bekanntwerden des Missbrauchs keine einzige Abmeldung gegeben hat. Außerdem war schon vor elf Jahren, als ich ins Kloster eingetreten bin, die Rede, dass das Internat keine Zukunft hat.“ Weil so viele Eltern und Kinder durch Jahrzehnte hindurch das Internat schätzten und schätzen, gibt es dieses noch immer. In anderen Klosterschulen wie Seitenstetten, Melk, Schlierbach oder Wilhering sind die Internate schon längst Geschichte. In den 1950iger und 1960iger Jahren waren an die 200 Burschen im Konvikt von Kremsmünster.
Neuer Turnsaal. Mit zwölf Burschen hat es aber auch in Kremsmünster eine Größe erreicht, bei der es weder pädagogisch noch wirtschaftlich sinnvoll zu führen ist, so P. Bernhard. Die Benediktiner von Kremsmünster beschlossen daher bei ihrer Kapitelsitzung am 12. April 2011 den Internatsbetrieb in den kommenden Jahren auslaufen zu lassen. Gleichzeitig vereinbarte man, verstärkt in die Schule zu investieren, die an die 370 Schüler/innen besuchen. So wird der Turnsaal neu gebaut und die Schulräume werden modernisiert.